Bundesweiter Aktionstag: IG Metall und BDLI fordern strategische Erneuerung beim Luftkampfsystem FCAS
Bundesweit traten Beschäftigte bei öffentlichen Kundgebungen und betrieblichen Aktionen für die Zukunftsfähigkeit der militärischen Luftfahrtindustrie in Deutschland ein. Viele Beschäftigte fürchten mittelfristig um ihre Jobs, da das Future Combat Air System (FCAS) zu scheitern droht. IG Metall und BDLI fordern die Bundesregierung deshalb zu einem neuen Lösungsansatz mit einem zweiten Kampfflugzeug unter deutscher Federführung auf.
Jürgen Kerner, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, sagte dazu: „Wenn die Bundesregierung Milliarden Steuergelder in die Hand nimmt, muss auch die heimische Industrie zu einem fairen Anteil davon profitieren und es müssen Arbeitsplätze hier bei uns entstehen. Bei FCAS ist das Stand jetzt nicht gewährleistet. Im Gegenteil, das Programm droht zu scheitern. Das darf nicht passieren! FCAS muss jetzt zukunftsfähig und fair neu aufgestellt werden. Wir erwarten von der Politik und den beteiligten Unternehmen, den Umbau sofort anzugehen.“
Marie-Christine von Hahn, Hauptgeschäftsführerin des BDLI, betont: „Wenn die Bundesregierung jetzt ein klares Startsignal setzt, können wir – gemeinsam mit europäischen Partnern – einen echten Schritt nach vorne machen. Unsere Botschaft heute ist ganz eindeutig: Wir können, wir wollen und wir werden ein Kampfflugzeug der nächsten Generation bauen. Und wir sagen ebenso klar: Selbstverständlich mit europäischen Kooperationspartnern – aber auf Augenhöhe. Die Lösung, damit FCAS erfolgreich abhebt, sind zwei Kampfflugzeuge. Eines, das den strategischen Interessen Deutschlands dient und eines, das sich an den Anforderungen Frankreichs orientiert.“
Die IG Metall und der BDLI sind überzeugt: Ein Zwei-Flugzeuge-Ansatz ist eine Chance – für den Erfolg des Projekts und für die Arbeitsplätze in Deutschland. Dieser Ansatz erlaubt unterschiedliche nationale Schwerpunkte und reduziert Reibungsverluste, da die Kooperation dort stattfindet, wo sie wirtschaftlich und technologisch sinnvoll ist. Politik und beteiligte Unternehmen müssen diese strategische Erneuerung unverzüglich in Angriff nehmen.
Am heutigen Aktionstag beteiligen sich 15 Standorte in sechs Bundesländern, darunter Triebwerkhersteller, Ausrüster und weitere Zulieferer.