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ILA Berlin 2018
ILA Berlin 2018
- 28. April 2018 -

TORO – laufender Roboter auf der ILA Berlin

Die beinbasierte Fortbewegung bietet gegenüber radbasierten Systemen eine Reihe an Vorteilen. So benötigt ein zweibeiniger Roboter nur eine relativ kleine Aufstandsfläche und kann über kleinere Hindernisse hinwegsteigen. Damit treten aber Herausforderungen der Gangstabilisierung und der Gleichgewichtsregelung in den Vordergrund. Um diese Zusammenhänge zu erforschen, wurde am Institut für Robotik und Mechatronik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) der zweibeinige humanoide Roboter TORO (TOrque controlled humanoid Robot) entwickelt. Eine Besonderheit dieses Roboters liegt in den drehmomentgeregelten Antriebseinheiten, die es in Kombination mit Sensoren ermöglichen, den Roboter nachgiebig zu regeln. Das ist sowohl für eine sichere Interaktion mit Menschen wie auch für den robusten Kontakt mit unbekannten Umgebungen von Vorteil. TORO ist am DLR-Stand in Halle 4 auf der ILA Berlin zu sehen und dort manchmal auch auf dem Gehweg anzutreffen.

Hightech aus Russland auf der ILA 2018

 

Am Gemeinschaftsstand russischer Hersteller können auf der ILA 2018 zahlreiche interessante Angebote der Luftfahrt-Zulieferindustrie, aber auch zukunftsweisende Drohnentechnik verschiedener Entwickler in Augenschein genommen werden. So ist Autonomus Aerospace System aus Sibirien auf die Entwicklung vielseitiger leistungsfähiger „Unmanned Airsystems“ spezialisiert, darunter ein Hybridgerät, das vertikal starten und landen kann wie ein Hubschrauber, sich aber ansonsten wie ein herkömmliches Flugzeug und damit sehr schnell durch die Luft bewegen kann. Auch SEL aus Samara an der Wolga ist auf Drohnen für verschiedene Anwendungen spezialisiert. Ein namhafter Flugzeugbau-Zulieferer ist Hydromash aus Nischni Nowgorod, ein Spezialist für extrem robuste Fahrwerk-Systeme, die sich in verschiedenen russischen Airlinern bewährt haben. Auch der Avionik-Anbieter NPP Polyot ist am Gemeinschaftsstand präsent. Spezielle hochsensible Sensortechnik für automatisierte Anwendungen bietet das Moskauer Unternehmen TFT Thin Film Technologyan. CTP – Centre of Technical Projects zeigt seine aktuellen Produkte im Bereich Konstruktionen, Strukturtests sowie technische Publikationen und interaktive Trainings-Tools für die Industrie. Auf Im- und Export von Fluggerät, Marketing und internationale Kooperationen sowie die Organisation von Wartungsverträgen ist schließlich Aviaexport aus Moskau spezialisiert.
 

Pilotenausbildung so günstig wie nie zuvor

Der große Bedarf an Verkehrspiloten erleichtert Interessenten den Einstieg in den Traumberuf vieler Jugendlicher. Lufthansa Aviation Training informiert auf der ILA über die Karrieremöglichkeiten. Je nach Ausbildungsweg beträgt der Eigenanteil an den Schulungskosten nur noch 60.000 oder 80.000 Euro, die zunächst gestundet und nach Lizenzerwerb und garantierter Festanstellung bei einer Fluggesellschaft des Konzerns in Raten mit einem Teil des Gehalts verrechnet werden. Außerdem erhalten Flugschüler, die die Aufnahmetests bestanden haben, einen Zuschuss von 20.000 Euro. Davon können sie während der rund zweijährigen Ausbildung ihren Lebensunterhalt bestreiten oder den Betrag mit den Ausbildungskosten verrechnen. Das Abitur ist für angehende Piloten nicht mehr Voraussetzung. Auch Kandidaten mit Mittlerer Reife und einer abgeschlossenen Ausbildung in einem anderen Beruf haben eine Chance.

Demonstration eines Luftnotfalls
In einer faszinierenden Vorführung erhalten Zuschauer auf der ILA einen Einblick in die Bundeswehrabläufe zum Entschärfen einer Luftnotlage. Diese wird beispielsweise durch das Aussetzen des Funkkontakts zu einem Flugzeug hervorgerufen. Sofort startet die Alarmrotte, bestehend aus zwei Eurofightern, um die Situation mit Sichtkontakt zu beurteilen. Diese Übung demonstriert eine der Kernfähigkeiten der Bundeswehr: Die Wahrung der Sicherheit im Luftraum. Für all diejenigen, welche besondere berufliche Perspektiven suchen oder einen Berufswechsel anstreben: In der HeliLounge (Halle 3) erfährt man mehr zum Thema Karriere bei der Bundeswehr. Im Bundeswehrbereich auf dem Freigelände lohnt es sich außerdem im Nachwuchsgewinnungszelt oder am Karrieretruck vorbeizuschauen. Wer schon immer einmal aus einem Flugzeug springen wollte, hat dazu im Sprungsimulator mit einer VR-Brille die Gelegenheit. Sehenswert ist vor allem auch das Rettungszentrum, welches sich direkt neben dem grauen  A310 MRTT befindet und die Standards eines deutschen Kreiskrankenhaus erfüllen muss. Hier erhält man Einblick in Schockbekämpfung und erste notfallchirurgische Eingriffe, wie sie die Bundeswehr beispielsweise in den Einsatzländern Mali und Afghanistan aktuell durchführen kann.
 

Einsteiger haben gute Chancen im Drohnengeschäft

„Unglaublich gute Chancen“ sieht Professor Stefan Levedag vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) für Berufseinsteiger in jenem Bereich der Luftfahrt, der sich mit Drohnen und ihrem Management beschäftigt. Levedag sagte bei einer Podiumsveranstaltung des ILA CareerCenters, das gelte nicht nur für die Herstellung des Fluggeräts und der für ihren Betrieb nötigen Technologien, sondern auch für Fachleute, die das Regelwerk erstellen müssten, unter dem sich Drohnen im Luftraum bewegten. Jan-Hendrik Boelens von Volocopter, einer der Herstellerfirmen, sagte, zwar sei es schon heute möglich in Deutschland mit Flugtaxis zu operieren, aber noch flögen Piloten mit. Er rechnete mit möglichem Planbetrieb auch in Städten in zwei bis drei Jahren. „Studenten haben hier sehr gute Chancen“, sagte Boelens. Alexander Köthe von der TU Berlin erklärte, der technische Unterschied zwischen Luftverkehr mit und ohne Pilot verringere sich stetig. Der Unterschied liege vielmehr „in dem, was der Passagier wahrnimmt“. Eine große Herausforderung etwa beim Flugtaxi sei es, die psychologische Barriere beim Passagier zu überwinden. Deshalb sahen alle Podiumsteilnehmer auch die ersten kommerziellen Anwendungsfälle bei der Logistik. „Das Verhältnis von Transportmittel und Transportgut ist bei der Drohne wirtschaftlicher als bei den meisten anderen Verkehrsträgern“, sagte Köthe. Levedag dämpfte Befürchtungen, unbemannter Luftverkehr könne kurzfristig Arbeitsplätze gefährden. Vielmehr kämen innovative Anwendungen dazu. „Konkurrenz sehe ich relativ wenig.“

Premium Aerotec zeigt erste A320-Druckkalotte aus CFK

Premium Aerotec ist es gelungen, ein Großbauteil aus der Flugzeug-Primärstruktur aus CFK mit thermoplastischer Matrix herzustellen. Den weltweit ersten, seriennahen Demonstrator einer Druckkalotte für die A320-Familie von Airbus in Originalgröße zeigt das Unternehmen auf der ILA 2018 erstmals in der Öffentlichkeit. Das Bauteil, das die unter erhöhtem Luftdruck stehende Kabine zum Heck des Flugzeuges hin verschließt, entstand aus acht gleich großen Segmenten, die durch den Einsatz von hochmoderner Schweißtechnologie miteinander verbunden wurden. Die Verwendung von CFK ermöglicht bei kürzerer Produktionszeit und niedrigeren Herstellungskosten eine deutliche Gewichtsersparnis.  
 

Die Rückkehr der Rosinenbomber

Nachdem die Sowjets im Juni 1948 alle Land-, Schienen- und Wasserwege blockiert hatten, versorgten Amerikaner und Briten West-Berlin aus der Luft mit den wichtigsten Bedarfsgütern wie Kohle, Nahrungsmittel und Baustoffen. Teilweise landeten die Maschinen im Minutenabstand auf den Flughäfen Tempelhof, Gatow und dem in nur drei Monaten fertiggestellten Airport in Tegel. Am 12. Mai 1949 wurde die Blockade aufgehoben, die Flüge liefen noch bis zum Herbst. 70 Jahre nach dem Ende der Luftbrücke sollen die so genannten „Rosinenbomber“ an die damaligen Schauplätze zurückkehren. Dieses Event planen die drei Initiatoren Peter Braun, Thomas Keller und Jörg Siebert. Der legendäre, inzwischen 98-jährige „Candy-Pilot“ Gail Halvorsen hat die Schirmherrschaft für das wohl einmalige Projekt übernommen. Er hatte damals die Idee, kleine Fallschirme zu basteln und damit im Landeanflug Süßigkeiten für die Berliner Kinder abzuwerfen. Die Besitzer von 34 Douglas DC-3 und einer DC-4 haben ihre Teilnahme bereits fest zugesagt, 19 Maschinen kommen aus den USA nach Europa. Sie sollen zunächst zwei Ausgangspunkte der Versorgungsflüge besuchen und am 9. Juni 2019 zunächst auf dem amerikanischen Militärflugplatz Wiesbaden sowie drei Tage später auf dem damals von den Briten genutzten Flugplatz Fassberg landen, der heute ein Standort der Bundeswehr ist. Diese hat ebenso wie die US Air Force und die beiden Stadtverwaltungen bereits ihre Unterstützung zugesagt. Für den 15. und 16. Juni soll es dann nach Berlin gehen, wo die Oldtimer - wie einst im Minutenabstand - auf dem südlich der Hauptstadt gelegenen Flugplatz Schönhagen landen werden, weil die Hauptschauplätze der Luftbrücke bereits geschlossen sind. Überflüge mit dem Abwurf von Süßigkeiten wie vor 70 Jahren sind aber in Gatow und – wenn möglich – auch in Tempelhof vorgesehen. Gesucht werden noch Sponsoren für die Finanzierung der Treibstoffkosten und die Unterbringung der Besatzungen. ILA-Besucher können sich über das Projekt am Berliner „Rosinenbomber“ auf dem Freigelände informieren.

Ultraleichter Wal für Wasserflug-Novizen

Flywhale heißt ein ultraleichtes Amphibienflugzeug für zwei Personen, das Winfried Rall vom Flugschul-Charter & Freizeitservice „Otto Lilienthal“ am Flugplatz Stechow/Ferchesar auf der ILA 2018 vorstellt. „Wir wollen mit diesem brandneuen Fluggerät Ultraleichtpiloten in die Geheimnisse des Wasserflugs einführen“, sagt Rall, der auch Mitglied im Deutschen Wasserfliegerverband e.V. und an dessen Stand mit vertreten ist. Immer mehr Piloten wollen die Möglichkeit kennenlernen, auch auf den noch wenigen zugelassenen Wasserflugflächen in Deutschland zu starten und zu landen oder diese besondere Freiheit auf Reisen etwa nach Polen oder in die skandinavischen Ländern genießen. Der „fliegende Wal“, in Serie gebaut von einem Unternehmen in Niedersachen und angetrieben von einem Motor Rotax 912 mit 100 PS, kann dank seines einziehbaren Fahrwerks von Asphalt- oder Graspisten sowie eben auch auf Wasserflächen abheben und eignet sich auch hervorragend für die Flugausbildung. Ab dem 10. Mai 2018 kann bei Rall die UL-Wasserflugberechtigung erworben werden, wofür ein Luftsportgeräte-Führerschein (UL-Fluglizenz), mindestens zwölf Starts mit Fluglehrer und ein Prüfungsflug, erforderlich sind.

Antonov Airlines wollen SALIS-Projekt allein übernehmen

Die ukrainischen Antonov Airlines ermöglichen den ILA-Besuchern auch am Wochenende Einblicke in das größte Flugzeug der Welt, die sechsstrahlige An-225. Am Sonntagabend fliegt der Gigant nicht ganz ohne Hintergrund nach Leipzig. Nachdem die russische Volga-Dnjepr mitgeteilt hat, dass sie den zum Jahresende auslaufenden Vertrag für ihren Anteil an der Strategic Airlift International Solution (SALIS), bei der die beiden zivilen Frachtfluggesellschaften militärische Transporte für diverse NATO-Staaten übernehmen, nicht verlängern wird, bewerben sich Antonov Airlines für die alleinige Übernahme des Projektes, wie Commercial Director Andriy Blagovisniy auf der ILA erklärte. Man sei bereit, zwei An-124 fest in Leipzig zu stationieren und bei zusätzlichem Bedarf bis zu vier weitere Flugzeuge kurzfristig bereitzustellen.
 

Alter Karbon-Werkstoff kommt in die Batterie

Seit einigen Jahren werden beim Bau moderner Flugzeuge immer mehr Kohlefaserverbundwerkstoffe (CFK) verwendet. Sie sind leichter und lassen sich besser verarbeiten als Metalle, aber mindestens genau so stabil. Damit hat sich aber auch die Recyclingfrage neu gestellt: Wohin mit dem Material aus Tragflächen oder Rumpf, das sich nicht für die Schrottpresse eignet? Das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie beantwortet sie, indem sie die recycelten Kohlestofffasern in Werkstoffe für Batterien und Brennstoffzellen überführt. Auf der ILA 2018 zeigen die Wissenschaftler, dass es gelang, aus den Fasern eine Elektrode (Bipolarplatte) im Industriemaßstab herzustellen. Damit können sie teilweise natürliches Graphit ersetzen, das derzeit teuer aus China importiert werden muss.
 

Fliegender Walfisch auf der ILA gelandet

Am Sonnabend ist auch eine „Beluga“ auf der ILA gelandet. Am Publikumswochenende können die Besucher den für den Transport von Airbus-Großbauteilen entwickelten Spezialtransporter bestaunen, der wegen der einem Belugawal ähnelnden Form seines Rumpfes nach dem Wal benannt wurde. Offiziell handelt es sich um die A300-600ST, eine Weiterentwicklung des Verkehrsflugzeuges A300 mit erweiterter Kabine und aufklappbarem Bug. Die Buchstaben stehen für „Super Transporter“. Nur fünf Exemplare der „Beluga“ wurden gebaut und befinden sich seit 1994 im Einsatz. Inzwischen ist die „BelugaXL“ im Bau, die aus der A330 entwickelt wurde.

Ohne ihn fliegt nichts – ILA-Flight-Director „Conny“ Cornelius

Wolfram „Conny“ Cornelius hat stets den Überblick – der altgediente ILA-Flight Director verantwortet und koordiniert den Ablauf der anspruchsvollen Flugprogramme auch wieder auf der ILA 2018. „Das Flugprogramm der ILA hat seit Jahren einen sehr hohen Sicherheitsstandard“, erläutert Cornelius seine Aufgaben. „Alle Flüge müssen vorab ohne Publikum den strengen Kriterien eines Expertenteams genügen. Erst im Anschluss an diesen Abnahmeflug wird die Genehmigung zur Vorführung auf der ILA erteilt.“ Zudem werden alle behördlichen Sicherheitsvorgaben vom Boden aus überwacht. Flughöhen und ‑geschwindigkeiten sowie Lärmrichtwerte behalten Cornelius und seine Kollegen dank ihrer modernen technischen Ausstattung permanent im Blick. Als ehemaliger Marineflieger mit langjähriger Erfahrung auf den Kampfflugzeugen Starfighter und Tornado, Testpilot bei Dornier und immer noch freiberuflicher Pilot weiß Cornelius genau, welche Manöver sicher durchführbar sind. Zudem wird an jedem Morgen ein ausführliches Briefing mit den dutzenden Piloten abgehalten, bei dem auch auf die Wetterverhältnisse und besondere Bedingungen eingegangen wird. Und wer am Vortag vereinbarte Parameter nicht peinlich genau eingehalten hat, bekommt vom ILA-Flight Director auch schon mal eine ausgewachsene Standpauke – egal wie viele Flugstunden und welche Erfahrungen er auch immer vorzuweisen hat!

ILA-Tag der Giganten

Zum Tag der Giganten der Luft ist der erste Publikumstag der ILA Berlin 2018 geworden: Vier Rekordhalter versammelten sich bei strahlendem Sonnenschein am Sonnabend auf dem Schönefelder Flugfeld, so viele Großflugzeuge wie noch die auf einer ILA zuvor. Am Morgen landeten zunächst die Beluga von Airbus und die Boeing 747-8 „Brandenburg“ der Lufthansa. Der Großraumfrachter mit dem Hoch- und Breitdach von Airbus, der Flugzeugteile zwischen den verschiedenen Produktionsstandorten transportiert, gilt als Maschine mit dem zweitgrößten Ladevolumen (1.820 Kubikmeter), und der Jumbo ist das längste Passagierflugzeug der Welt (76 Meter). Das nach Kapazität größte Passagierflugzeug, die A380, gilt in der Emirates-Version (bis zu 615 Passagiere) schon als Stammgast der ILA. Es hatte Mitte der Woche Konkurrenz bekommen vom größten und schwersten Flugzeug, das überhaupt fliegt, dem Schwertransport-Frachter Antonov An-225.  (88 x 84 Meter, 285 Tonnen).

Autonome Lufttaxis: CityAirbus zeigt Konzeptstudie

Autonom fliegende Lufttaxis könnten schon bald die Zukunft urbaner Mobilität bestimmen – auch die deutscher Großstädte. „Die Nutzung des innerstädtischen Luftraums ist wichtig, wenn man individuelle Mobilität in unseren Innenstädten erhalten will", sagte Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) am Donnerstag auf der Luftfahrtmesse ILA. Geprüft würden derzeit die Bedingungen für eine Testphase. An dieser könnte auch die Konzeptstudie eines CityAirbus beteiligt sein, wie die Hubschrauber-Tochter des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns sie im Rahmen des Future Lab der diesjährigen ILA vorstellt. Insgesamt acht je 140 Kilowatt leistende Elektromotoren sollen den autonom fliegenden Hubschrauber in der Luft halten, auf 120 km/h beschleunigen und vier Insassen an Ziele innerhalb einer Metropole tragen. Bereits Ende dieses Jahres soll das Fluggerät in Donauwörth zu seinem Erstflug starten.

Luftfahrtberuf oder lieber Bundeskanzler?

Thomas Biermann hat großen Respekt vor Physikern. Das gestand der Leiter des Fachbereichs Wirtschaft, Informatik, Recht der Technischen Hochschule Wildau am Freitag bei der Eröffnungsveranstaltung des CareerCenters der ILA 2018 ein. „Mit der Ausbildung kann man sogar Bundeskanzlerin werden“, witzelte er. Er ist Politik-Doktor und hat lange Jahre bei der Lufthansa gearbeitet. Mit dem Scherz illustrierte er vor rund 40 jungen Leuten seine Ansicht, physikalische Technik zu studieren sei nicht schlecht, wenn man im Beruf „gerne Kerosin riecht“. Wer unsicher sei, sollte sich einige Optionen offen halten, „indem ich etwas mache, was nicht zu spezialisiert ist“. Diese Meinung teilte Cord Buck, Ausbildungsleiter am Hamburger Airbus-Standort. „Auch beim Dualen Studium hat man noch viel Spielraum.“ Wer es bei Airbus beginne, verbringe erst einmal acht Wochen in der Produktion „im blauen Anzug“, weitere 90 Wochen in unterschiedlichen Praxismodulen und rund 64 Wochen in der Uni. Gute Noten seien wichtig, mehrere Sprachen, auf jeden Fall Englisch und möglichst eine Programmiersprache, meinte Assistant Professor Christian Janke von der Privatuniversität Embry-Riddle. Dazu sagte Biermann allerdings: „Keine Panik! ‚Wenn Sie überzeugt sind: Das ist mein Ding!, dann schaffen Sie es auch, wenn Sie nicht unbedingt einen Durchschnitt von 1,2 haben.“ Buck betonte, Airbus achte auch auf die Soft Skills wie Kommunikationsfähigkeit oder Vernetztsein. „Vernetzen ist ungeheuer wichtig“, waren sich alle einig. Und der aufmerksame Gang durchs CareerCenter sei schon ein wichtiger Schritt dorthin.
 

Airbus + Audi = Mobilität in drei Dimensionen

Auto-Hersteller Audi und Flugzeugbauer Airbus wollen ihre Kompetenzen bündeln und einen gemeinsamen Limousinen- und Helikopterservice anbieten. Das Angebot soll bereits diesen Sommer im brasilianischen São Paulo und in Mexiko-City starten – das gaben die beiden Unternehmen am Donnerstag am Rande der ILA in Berlin bekannt. Die Kunden sollen von Audi mit dem Auto zu einem Landeplatz gebracht werden, wo ein Helikopter von Voom sie dann weiter befördert. Voom ist eine 2016 gegründete On-Demand-Buchungsplattform von Airbus speziell für Hubschrauberdienste. „Diese wichtige Partnerschaft mit Audi richtet sich sowohl an aktuelle wie künftige Herausforderungen urbaner Mobilität“, sagte Airbus CEO Tom Enders. „Als ersten konkreten Meilenstein der Kooperation werden wir multi-modale Transportlösungen für die am stärksten verstopften Städte der Welt anbieten.“ Darüber hinaus dient die Zusammenarbeit auch der Gewinnung neuer Erkenntnisse als Vorstufe für weitergehende Projekte, etwa das elektrisch betriebene und autonom fliegende modulare Mobilitätskonzept Pop Up, das gemeinsam mit Italdesign entwickelt wird, oder den Technologie-Demonstrator CityAirbus, der Ende 2018 erstmals abheben soll.