|

Berlin

ILA aktuell

ILA Berlin 2018
ILA Berlin 2018
-27. April 2018 -

Soldaten zum Anfassen
Die Bundeswehr präsentiert sich in all Ihren Facetten: Über 40 Luftfahrzeuge stehen am Boden zur Besichtigung bereit. Durch den A310 MRTT führt ein Rundgang und im Tornado-Cockpit kann Platz genommen werden. Auch die Hubschrauber des Heeres, wie der Kampfhubschrauber TIGER oder Sea Lynx und Sea King der Marine dürfen hautnah erlebt werden. Im Nachwuchsgewinnungszelt und beim Karrieretruck werden umfassende Informationen über die verschiedenen beruflichen Perspektiven bei der Bundeswehr geboten: Welche Voraussetzungen brauche ich, um Pilot zu werden? Was sind die Aufgaben eines Wartungsmechanikers für Hubschrauber? Wo kann ich als Rettungssanitäter bei der Bundeswehr eingestellt werden? In Halle 3 wird modernste Technologie der Bundeswehr vorgestellt. Neben einer VR-Simulation zur Wartung eines Tornados können Besucher die Wiederherstellung verloren geglaubter Daten im Rahmen der sogenannten IT-Forensik begutachten. Als besonderes Highlight wird täglich gegen 17:20 Uhr eine Luftparade zu sehen sein, in welcher insgesamt 20 Luftfahrzeuge wie Eurofighter, A400M und NH-90 zu sehen sein werden.

Mit dem Maulwurf HP3 unter die Marsoberfläche

Am 5. Mai 2018 startet die InSight-Landeeinheit, nur ein halbes Jahr später wird sie auf der Marsoberfläche aufsetzen. Die Mission InSight (Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport) gehört zum erfolgreichen Discovery-Programm der NASA und wird zum ersten Mal das Innere unseres Nachbarplaneten, also Kruste, Mantel und Kern, intensiv untersuchen. Nach der Landung wird das Seismic Experiment for Interior Structures (SEIS) beginnen, die bei Marsbeben auftretenden seismischen Wellen aufzuzeichnen und Daten zum Verständnis der Planetengeschichte liefern. Das Rotation and Interior Structure Experiment (RISE) registriert minimale Veränderungen in der Achsenausrichtung des Planeten und lässt ebenfalls Rückschlüsse auf die innere Struktur zu. Das DLR schickt mit dem Sensorpaket HP3 eine Wärmeflusssonde zum Roten Planeten. Ein sogenannter Maulwurf wird mit einem elektrischen Schlaghammer-Mechanismus bis in fünf Meter Tiefe vordringen und ein Band mit Temperatursensoren in den Marsboden einbringen. Der Mars-Maulwurf HP3 ist auf der ILA Berlin im Space Pavilion zu besichtigen.

Deutsch-französische Verteidigungsprojekte

„Die ILA hält auch in diesem Jahr was sie verspricht“, sagte die Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen, bei ihrem Besuch am Donnerstag. Die hier gezeigten, „modernsten Flugzeuge und Hubschrauber“ seien „beeindruckendes Material“. „Die ILA ist eine hervorragende Visitenkarte für die Bundesrepublik und in diesem Jahr ganz besonders ein Symbol für die deutsch-französische Freundschaft und Zusammenarbeit.“ Frankreich ist das Partnerland der ILA 2018. Gemeinsam mit ihrer französischen Amtskollegin Florence Parly brachte die Ministerin auf der Messe gleich mehrere gemeinsame Rüstungsprogramme auf den Weg. Es geht um die Entwicklung einer neuen Generation von Kampfflugzeugen, eines neuen See-Fernaufklärers und einer neuen Generation von gepanzerten Landfahrzeugen. Deutschland und Frankreich seien enger als je zuvor miteinander verbunden, sagte Ursula von der Leyen. Man habe die gemeinsame Verantwortung für ein starkes Europa, das „seine Werte und seine Menschen schützen kann“. Die Vereinbarungen seien „ein historischer Schritt für Europa und auch für die Industrien beider Länder“. Auch Florence Parly sprach von einem „historischen Abkommen“. Es gehe darum, die Streitkräfte beider Länder bis 2040 „leistungsfähiger, moderner und einsatzfähiger“ zu machen, ihnen dafür eine strategische Überlegenheit zu verschaffen  und so ein „Europa der Verteidigung“ aufzubauen. Von den Projekten würden Großkonzerne ebenso wie kleine Unternehmen und Startups profitieren. „Der große Enthusiasmus ist jetzt schon spürbar.“ Für die neuen Flugzeuge und Fahrzeuge wollen Deutschland und Frankreich eine gemeinsame Spezifikation erstellen. Andere Länder können sich zu einem späteren Zeitpunkt an den Projekten beteiligen, müssen aber die Vorgaben der Initiatoren akzeptieren. Länderspezifische Unterschiede werde es nicht mehr geben, betonten die Ministerinnen. Gleichzeitig werde es ein „sehr rigides, professionelles Risikomanagement“ geben, sagte Ursula von der Leyen. „Wir haben aus der Entwicklung des A400M gelernt.“ Auch der sei aber nach Überwindung seiner Kinderkrankheiten das modernste Flugzeug seiner Art. Bei den neuen Projekten werde man dafür Sorge tragen, dass Fristen und Finanzpläne eingehalten werden, bekräftigte Florence Parly.

ILA CareerCenter eröffnet
Die größte Jobmesse für Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten in der Luft- und Raumfahrt in Deutschland, das ILA CareerCenter, hat am Freitag auf der ILA Berlin 2018 ihre Tore geöffnet. Mehr als 40 Unternehmen und Institutionen stellen hier ihre Ausbildungsangebote sowie Einstiegs- und Karrierechancen vor. Die Personalverantwortlichen der Aussteller stehen für kompetente Auskünfte bereit. Die Besucher können sich in mehreren Präsentationen mit Virtual-Reality-Brillen beispielsweise in der Internationalen Raumstation ISS umschauen und dann entscheiden, ob sie wenigstens den ersten Schritt zum Wunschtraum, Astronaut zu werden, gehen wollen. Aber auch Schulabgänger finden eine reiche Auswahl an Studiengängen, die die Tore zu den vielseitigen Berufsmöglichkeiten der Branche öffnen. Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen Diskussions-, Vortrags- und Workshop-Programm.

Die Zeit drängt für Drohnenregeln im Luftraum

Ohne den Einsatz von Transportdrohnen, so genannten Liefercoptern, wird es extrem schwer werden, urbanes Leben vernünftig zu organisieren. Diese Ansicht vertrat Oliver Evans, der Leiter Globale Geschäftsentwicklung des US-Drohnenentwicklers Matternet, bei einer Podiumsdiskussion auf der ILA 2018. Eines seiner Testfelder ist ausgerechnet die Schweiz, wo die fliegenden Kuriere bereits Blutkonserven zwischen verschiedenen Standorten einer Klinik in Lugano transportieren. In den meisten anderen Ländern dürfen Drohnen überhaupt nicht in dichtbesiedelten Gebieten fliegen und schon gar nicht über Menschen. Die Integration in den geregelten europäischen Luftraum sei wegen der zunehmenden Anwendungsbereiche der Wirtschaft für zivile Drohnen dringend nötig, erklärte Fabio Ruta von der Drohnen-Arbeitsgruppe der Normenorganisation für die europäische Luftfahrtindustrie. Dazu müsse aber das gesamte Luftsicherheitssystem reformiert werden. Florian Guillermet von SESAR, einer Forschungsgruppe für die einheitliche europäische Flugsicherung, ergänzte, bisher habe eines der Hauptprinzipien der Luftsicherheit „See and avoid (Sieh und verhindere) die Gefahr“ gelautet. Das müsse nun durch „Sense and avoid“ (Fühle, etwa mit Sensoren, und verhindere) ersetzt werden. Als erstes müsse das zurzeit noch „hochmanuelle“ System der Luftraumsicherung und –regulierung automatisiert werden, denn in wenigen Jahren würde der Luftverkehr mit Drohnen gerade in dichtbesiedelten Gebieten so stark wachsen, dass eine manuelle Überwachung unmöglich werde. Diese Erwartung bestätigte Evans: „Es ist aber auch die wirtschaftlichste Art, kleine Transporteinheiten von A nach B zu bewegen.“

Lufthansa-Jumbo landet am Sonnabend auf der ILA

Die Lufthansa fliegt am Sonnabend mit der neuesten Version der legendären Boeing 747 auf die ILA. Die auf den Namen „Brandenburg“ getaufte 747-8 mit dem Kennzeichen „Yankee Alpha“ wird am Morgen landen und kann bis zum späten Nachmittag bestaunt werden. Es handelt sich um den ersten Jumbo-Jet im neuen Erscheinungsbild der Fluggesellschaft. Mit 76,3 Metern ist die 747-8 um 5,6 Meter länger als ihr Vorgängermodell 747-400. Die Spannweite beträgt 68,4 Meter, das maximale Startgewicht liegt bei 442 Tonnen. In der Lufthansa-Variante verfügt das Modell über 364 Plätze in vier Klassen.

F-35-Pilot „Dojo“ Olson: „Ein Flugzeug für Entscheider“

Hauptmann Andrew „Dojo“ Olson von der 56. Fighter Wing, eines an der Luke Air Force Base in Arizona stationierten Geschwaders der US Air Force, war rund 1.000 Flugstunden Pilot des Kampfflugzeuges F-15E. Heute ist er einer der ersten Piloten und Ausbilder auf dem „Tarnkappenjäger“ F-35, von dem erstmals zwei Exemplare auf der ILA gezeigt werden. Zwar will der erfahrene Jetjockey nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, betont als Hauptunterschied jedoch die Zuladungsmöglichkeiten für Waffensysteme. „Wegen der möglichst geringen Radarsignatur können wir nur Waffen im Flugzeug unterbringen, während bei der F-15 Tonnen als Außenlast mitgeführt werden können.“ Dafür zeichnet sich die brandneue F-35 durch andere Qualitäten aus: „Mit ihr können wir unbemerkt in feindliches Gebiet einfliegen und so quasi für unsere Kameraden die Tür eintreten, um dann den Rest der Airforce reinzulassen.“ Außerdem verfüge sie über ein komfortableres Cockpit als die F-15 sowie zahlreiche neue Sensorik-Systeme. „Das erleichtert das Fliegen. So kann sich der Pilot darauf konzentrieren, die richtige Entscheidung zu treffen“, sagt Olson. In knapp elfeinhalb Stunden wurden die F-35 nonstop auf dem Luftweg von Arizona nach Berlin verlegt und dabei nicht weniger als zehn Mal in der Luft betankt. „Dabei ist aber aus Sicherheitsgründen der Tank immer noch gut halb voll“, betont „Dojo“.

Skysense: Innovatives Ladesystem für Drohnenakkus auf der ILA

Im Rahmen des Future Lab Forum präsentiert auf der ILA 2018 das Airbus Bizlab Startup Skysense seine innovative Infrastruktur zum Aufladen von Drohnen-Akkus, die bereits von der NASA, General Electrics, Prosegur und Unternehmen in den Bereichen Sicherheit, Inspektion, Logistik und Landwirtschaft eingesetzt wird. Drohnen sind in der Lage, eine breite Palette von Industriezweigen zu revolutionieren, aber wie in der Elektrofahrzeugindustrie sind kurze Betriebszeiten, Energiemanagement und lange Ladezyklen kritische Herausforderungen. Ihnen stellt sich Skysense mit einem Netzwerk von drahtlosen Ladepads, die mit jeder Drohne kompatibel und leicht zu installieren sind. Dadurch können die Flugzeit erweitert und Automatisierungsszenarien ermöglicht werden.

Schturmowik wieder am Himmel über Berlin

Mit rund 36.000 gebauten Exemplaren war das Erdkampfflugzeug („Schturmowik“) Iljuschin Il-2 eines der meistgebauten Flugzeuge der Welt und in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges im Berliner Luftraum allgegenwärtig. Von den Konstrukteuren „Fliegender Panzer“ getauft, nannten die deutschen Soldaten den Flugzeugtyp „Fliegender Tod“. Die erstmals auf der ILA ausgestellte und im Flug präsentierte Il-2 war im November 1943 im Norden Russlands abgeschossen worden und versank nach geglückter Notlandung auf dem zugefrorenen Krivoe See. Pilot Skopintsev und Bordschütze Gumennoi überlebten verletzt und konnten sich zu den eigenen Linien durchschlagen. 70 Jahre später konnte das Wrack von der Organisation „Wings of Victory“ lokalisiert, geborgen und mit einem neuen Motor sogar wieder in flugfähigen Zustand versetzt werden. 65 Prozent der Flugzeugzelle bestehen aus Originalsubstanz des aus dem See geborgenen Flugzeugs. Die gezeigte Il-2 ist eine von weltweit nur noch zwei flugfähigen. Sie am Himmel über der ILA fliegen sehen zu können, ist ein ganz besonderes Ereignis, das sich auch so schnell sicher nicht wiederholen wird.

A400M: der viermotorige europäische Militärtransporter

Der Airbus A400M, der am Donnerstag die Verteidigungsministerinnen Ursula von der Leyen (Deutschland) und Florence Parly (Frankreich) auf der ILA landeten, ist eine viermotorige strategische und taktische Transportmaschine. Es ist das erste Airbus-Großflugzeug, das von Propellern angetrieben wird. Bei der Bundeswehr tritt es Stück für Stück die Nachfolge der in die Jahre gekommenen deutsch-französischen Gemeinschaftsproduktion Transall C-160 an. Die Auslieferung läuft seit 2013. Bis Ende März waren weltweit 66 Exemplare an die Kunden übergeben worden. Die Bundeswehr erwartet 53, will aber 13 davon weiter verkaufen. Nach jahrzehntelangen Vorplanungen verzögerte sich die Produktion immer wieder, und die Flugzeuge litten unter „Kinderkrankheiten“, sodass viele C-160 bei der Bundeswehr immer noch im Einsatz sind. Geplant ist, die A400M bei sieben europäischen NATO-Staaten und in Malaysia  einzusetzen. Kennzeichnend sind die deutlich größere Kapazität, Geschwindigkeit, Flexibilität und Reichweite im Vergleich zur Transall C-130. Bei 20 Tonnen Zuladung kann sie nonstop 6.400 Kilometer weit fliegen. Allerdings ist sie mit einem maximalen Abfluggewicht von 141 Tonnen, 45 Meter Länge und 42,3 m Spannweite kleiner als vorhandene Transportflugzeuge anderer Hersteller, was ihr ermöglicht, auch niedrige Geschwindigkeiten zu fliegen und auf Pisten von 1.000 Kilometer Länge zu landen und zu starten.

Auf Elfenflügeln gleiten mit dem Motorsegler RS10 „elfin“

Die REINERSTEMME.aero GmbH (RS.aero) entwickelt derzeit mit der „elfin“ RS10 ein interessantes elektrisches Hybrid-Sportflugzeug der 20 m FAI Doppelsitzerklasse. Ein innovativer und „grüner“ Elektromotor aus dem Hause Siemens sorgt für den Antrieb. Optional wird es noch einen konventionellen Motor für größere Reichweiten geben, der während des Fluges den Elektromotor speist. „Die ;elfin‘ ist ein Produkt für den Weltmarkt mit Schwerpunkten in Europa und den USA“, betont Lars Muth, Projektingenieur bei RS.aero. Vor wenigen Tagen konnte bereits der erste Verkauf eines Exemplars der „elfin“, deren Erstflug noch für dieses Jahr geplant ist, bekanntgegeben werden.

RS.aero hat seinen Sitz im brandenburgischen Schönhagen, am zweitgrößten Verkehrslandeplatz Deutschlands. Wesentliche Unterstützung bekommt das einzigartige Projekt auch vom Bundesforschungsministerium und der Brandenburger Wirtschaftsförderung.

Sicher über der ILA „fliegen“ – AirEmotion macht’s möglich

Eine einzigartige Publikumsattraktion ermöglicht es Besuchern der ILA in diesem Jahr, sich von einem Vogelflug-ähnlichen Erlebnis verzaubern zu lassen. AirEmotion heißt das Event-Tool, mit dem man annähernd das unbeschreibliche Gefühl der Freiheit in der Luft erleben kann. Sicher angeschnallt in das typische Gurtzeug von Drachenfliegern hängen die Flieger an einem Baukran, der sie sanft in rund 60 Metern Höhe über die Landschaft trägt. Hinter dem Angebot steht Christian Noll vom bayerischen Ammersee. „Seit 30 Jahren bin ich begeisterter Drachenflieger“, sagt Noll. „So entstand der Wunsch, dieses Gefühl der Freiheit möglichst vielen Menschen zu ermöglichen. Dafür entwickelte ich einen Drachenflugsimulator, der mithilfe eines Krans betrieben wird.“ AirEmotion ist eine patentierte, spezielle Konstruktion, die vom TÜV abgenommen ist. Das Flugerlebnis ist auch bereits für Kinder ab fünf Jahren möglich.

N3 auf Expansionskurs und erstmals auf der ILA

N3 Overhaul Services, das Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa Technik und Rolls-Royce für die Instandhaltung und Reparatur von Trent-Triebwerken, ist erstmals mit einem eigenen Stand auf der ILA vertreten. Das im thüringischen Arnstadt ansässige Unternehmen befindet sich seit seiner Gründung vor elf Jahren auf Wachstumskurs. Bisher wurden mehr als 930 Exemplare der Baureihen Trent 500, 700 und 900 überholt, in diesem Monat wird das erste Trent XBW erwartet, das dem Airbus A350 seinen Schub verleiht. In diesem Jahr soll die Zahl der betreuten Triebwerke um rund ein Viertel auf circa 150 Triebwerke ansteigen, die Zahl der Mitarbeiter stieg in den vergangenen Monaten um 70 auf 670 Beschäftigte. Am Messestand und im Career-Center der ILA informiert das Unternehmen über Angebote für Fachkräfte und Ausbildungsmöglichkeiten. Im September startet bereits der elfte technische Ausbildungslehrgang.

Lockheed Martin und Rheinmetall bieten CH-53K an

Der neue Schwerlasthubschrauber Sikorsky CH-53K gibt auf der ILA 2018 sein viel beachtetes internationales Debut. „Das ist der stärkste Hubschrauber, der je in den USA gebaut wurde“, betont Sikorsky President Dan Schultz auf dem ILA Media Briefing. Der graue Gigant ist eine komplette Neukonstruktion und zeichnet sich durch zahlreiche Verbesserungen aus, darunter drei Außenlasthaken, Fly-by-Wire-Steuerung, digitales Cockpit und den großzügigen Einsatz von Kohlefaserverbund-Material. Gemeinsam mit Sikorsky als Tochter von Lockheed Martin bewirbt sich Rheinmetall um das Vorhaben „Schwerer Transporthubschrauber“ als Nachfolger der älteren CH-53G der Deutschen Luftwaffe. Armin Papperger, CEO von Rheinmetall, sieht für sein Unternehmen Aufgaben im Bereich der Simulation und Ausbildung sowie vor allem der künftigen Wartung vor Ort in Deutschland. Die Partner streben außerdem an, das Team für dieses Vorhaben um weitere industrielle Partner zu verstärken. Ziel ist es, den deutschen Streitkräften eine Gesamtlösung über die Beschaffung der Hubschrauber hinaus anbieten zu können. „Wir wollen den deutschen Kunden glücklich machen“, sagte Pappberger auf der ILA. Beschafft werden sollen mindestens 45 neue Maschinen, die voraussichtlich ab 2023 ausgeliefert werden können.

ESA und Arianespace setzen Zusammenarbeit fort

Mit einem neuen Rahmenvertrag hat sich die Europäische Weltraumagentur ESA auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Launch-Dienstleister Arianespace festgelegt. Auf der ILA Berlin 2018 unterzeichneten Arianespace-CEO Stéphane Israël und ESA-Generaldirektor Jan Wörner das Vertragswerk, das die Bereitstellung von Startprozessen vor allem für die ESA-eigenen Missionen definiert.

Die politische Basis dafür lieferte ein europäisches Ministertreffen von 2014. Der Vertrag umfasst alle Trägerraketen der Arianespace-Familie, also sowohl die laufenden Programme Ariane 5, Sojus und Vega, als auch künftige Ariane-6- und Vega C-Missionen.

Wörner erklärte dazu: „Damit stellt die ESA den Rahmen zur Verfügung, in dem Arianespace ihre Trägerraketen-Familie weiter unter optimalen Bedingungen betreiben kann.“ Ariane hat bereits 67 Satelliten für die ESA ins All gebracht, die auch der Launch Customer für die Ariane 6 war. Israël fügte hinzu, das Vertragswerk sei ein wichtiger Schritt zur Weiterführung der Programme Ariane 6 und Vega C.

US-Luftstreitkräfte stark auf der ILA

Auf der ILA Berlin präsentieren sich die US-Luftstreitkräfte mit einer besonders großen Zahl an Fluggeräten. In diesem Jahr gezeigte Flugzeuge umfassen alle Arten von Kampfflugzeugen, Hubschraubern und Transportern, darunter als Reverenz vor der Bundeshauptstadt auch die Boeing C-17 Globemaster III mit dem Beinamen „Spirit of Berlin“. „Die alle zwei Jahre abgehaltene ILA Berlin stellt eine einzigartige Möglichkeit dar, der Öffentlichkeit die Führungsrolle der Vereinigten Staaten von Amerika im Luft- und Raumfahrtsektor zu präsentieren und dabei auch verschiedene Ausschreibungen für Beschaffungsprogramme in ganz Europa zu unterstützen“, heißt es in einer entsprechenden Presseerklärung. Viele Flugzeuge und Hubschrauber wie CH-47, F-15, F-16, F/A-18, F-35 oder MV-22 können Besucher im Static Display bewundern, wobei jedoch ein schwerer Transporthubschrauber Sikorsky CH-53K auch im Flugprogramm seine besonderen Fähigkeiten zeigt.

Franke Industrie übernimmt Ammatec GmbH

Die Schweizer Franke Industrie AG als Zulieferer von Heissgaspfadteilen für Gasturbinen und Triebwerke hat vor wenigen Tagen die deutsche Ammatec GmbH in Ampfing übernommen, die sich auf der ILA 2018 erstmals unter dem neuen Dach präsentiert. Das Unternehmen beliefert die Luftfahrtindustrie mit komplexen Präzisionsteilen aus schwer zerspanbaren Werkstoffen, zu den Kunden zählen Triebwerkshersteller wie MTU und Rolls-Royce. Es wird in der neu gegründeten Franke Industrie GmbH aufgehen, die rund 60-köpfige Belegschaft und das Management unter der Leitung von Tilmann Rosch werden übernommen. „Der Erwerb von Ammatec ist ein entscheidender Schritt für den deutlichen Ausbau unseres strategisch wichtigen Geschäftsbereiches Luft- und Raumfahrt“, erklärte Franke-Geschäftsführer Markus Hodel.