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ILA aktuell

Impressionen ILA Berlin 2018
Impressionen ILA Berlin 2018
- 26. April 2018 -

Enger Schulterschluss: deutsch-französische Zusammenarbeit
Gemeinsam wollen die beiden Verteidigungsministerinnen Ursula von der Leyen (Deutschland) und Florence Parly (Frankreich) auf der ILA 2018  deutsche und französische Waffensysteme besichtigen und dabei auch Gespräche mit Angehörigen beider Streitkräfte führen. Zudem sollen mehrere Kooperationsvorhaben unterzeichnet werden: Deutschland und Frankreich streben eine gemeinsame Lösung an, um die Seefernaufklärer P-3C „Orion“ beziehungsweise Breguet Atlantique 2 zu ersetzen. Als besonderes Highlight springen heute 17:25 Uhr Fallschirmspringer aus einer ML28. Die Nationalflaggen der Partnernationen werden mit im Gepäck und oben am Himmel zu sehen sein. Weiterhin zeigt die Bundeswehr in einer Leistungsdemonstration, wie die Spezialkräfte des Heeres mit Unterstützung der Luftwaffe in einem einsatznahen Szenario zusammenarbeiten. Neben dem Kommando Spezialkräfte sind auch TIGER, NH-90, H145M, CH-53 und eine C-160 Transall zu sehen.

 

DLR-Forschungsflüge mit revolutionärem Seitenleitwerk

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) führt von April bis Mai 2018 Flugversuche mit einem am DLR-Forschungsflugzeug A320 ATRA umgebauten Seitenleitwerk durch. Hierbei wird erstmals in Europa ein neues System zur Hybridlaminarisierung im Flugversuch getestet. Mit dieser Technologie der schwachen, gezielten Absaugung soll für Flugzeuge von Morgen der Treibstoffverbrauch deutlich gesenkt werden. Die Flugversuche finden im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts AFLoNext (Active Flow Loads & Noise control on next generation wing) statt in dem 40 Partner aus 15 unterschiedlichen Ländern mit Airbus als Koordinator und unter wesentlicher Beteiligung des DLR zusammenarbeiten. Der A320 ATRA mit umgebautem Seitenleitwerk ist auf dem Static Display der ILA Berlin zu sehen.

jetlite gegen Jetlag: Topmodel Toni Garrn ist CO-Founder

Toni Garrn ist ganz offen: „Ich sehe schrecklich aus, wenn ich Jetlag habe.“ Sollte das den Tatsachen entsprechen, kann es sich äußerst negativ auf die Bilanz eines Supermodels, wie Garrn eines ist, auswirken. Nicht nur deshalb, sondern auch, weil sie als Vielfliegerin unter den Unstimmigkeiten von Biorhythmus und Zeitzonen leidet, ist sie als Mitgründerin in das Startup jetlite eingestiegen, das sich mit Methoden beschäftigt, den Jetlag so wenig störend wie möglich zu gestalten. Dazu gehört die bereits in modernen Flugzeugen verfügbare Variabilität der Beleuchtungsverhältnisse – „Rottöne beim Einschlafen und Blautöne fürs Aufwachen, statt dass dich der Steward an der Schulter schüttelt“, wie es Tony Garrn ausdrückte. Jetlite will Produkte gegen Jetlag direkt für Passagiere entwickeln. Sie sollen über das bisherige „mood lighting“ (Stimmungsbeleuchtung) hinausgehen, wie jetlite-Gründer Achim Leder berichtete. Wenn es nach Toni Garrn geht, könnte der Erfolg des Start-ups sich in einem „Wellness-Gütesiegel für Airlines“ ausdrücken.

Lebende Legende auf der ILA: Sergei I. Sikorsky

Sein Vater Igor hatte drei Karrieren: In der Zarenzeit machte er sich einen Namen als Konstrukteur des weltweit ersten Großflugzeugs „Le Grand“, ehe er vor der Revolution in die USA emigrierte. Dort baute er in den 1930er Jahren erfolgreich große Flugboote, ehe er sich ab 1939 seiner eigentlichen Leidenschaft widmete: den Hubschraubern. Seither tragen sie den Namen Sikorsky in die Welt. Doch daran hatte auch der Sohn des berühmten Vaters seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts großen Anteil, war er doch lange Jahre für die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr bei deren Hubschrauberbeschaffungs-Programmen verantwortlich: Sergei Igorovich Sikorsky schwärmt noch heute von seinen deutschen Kontakten. Auf der ILA hatte die 1925 geborene lebende Legende einen bemerkenswerten Auftritt als Botschafter für den Hubschrauber Sikorsky CH-53K, den Lockheed Martin als Mutterkonzern der Sikorsky Aircraft Corporation nun als neuen Schweren Transporthubschrauber (STH) anbieten will.

Eine besondere Reverenz erwies Sergei Sikorsky auf der ILA dem deutschen Konstrukteur Henrich Focke (1890-1979). Angesprochen als Erfinder des Hubschraubers habe er regelmäßig korrigiert: „Der erste funktionstüchtige Hubschrauber der Welt war 1936 der Focke-Wulf Fw 61.“

Airbus und Dassault kooperieren bei neuem Kampfflugzeug
Airbus und Dassault Aviation haben beschlossen, ihre Kräfte zu bündeln und gemeinsam Europas zukünftiges Luftkampfsystem (Future Combat Air System – FCAS) zu entwickeln und zu bauen. Das System soll in den Jahren 2035 bis 2040 die derzeitige Generation der Kampfflugzeuge Eurofighter und Rafale ergänzen und letztendlich ersetzen. Die Partnerschaft wurde von Dirk Hoke, CEO von Airbus Defence and Space, und Eric Trappier, Chairman und CEO von Dassault Aviation, besiegelt. „Nie war Europa entschlossener, seine politische und industrielle Autonomie und Souveränität im Verteidigungssektor zu erhalten und voranzutreiben“, sagte Dirk Hoke, CEO von Airbus Defence and Space auf der ILA in Berlin. „FCAS hebt diese erfolgreiche Zusammenarbeit auf die nächste Ebene, und wir sind fest entschlossen, diese herausfordernde Aufgabe zusammen mit Dassault Aviation zu meistern.“ Als „System of Systems“ soll FCAS ein breites Spektrum von Einsatzmitteln kombinieren, die im Verbund arbeiten. Das interoperable Gesamtsystem soll zudem in ein größeres Einsatzszenario mit Missionsflugzeugen, Satelliten, NATO-Systemen sowie land- und seegestützten Kampfsystemen eingebunden werden können.

CSeries von Bombardier erstmals auf der ILA

Nachdem sich Airbus auf die Übernahme eines Mehrheitsanteils an der CSeries von Bombardier beteiligt, gibt ein Jet aus der jüngsten Flugzeugfamilie des kanadischen Herstellers sein ILA-Debüt. Gezeigt wird eine CS300 der Air Baltic, bereits das achte Exemplar der lettischen Fluggesellschaft. Dort ist man von der Zuverlässigkeit und der Passagierresonanz begeistert. Gerade konnte man den einmillionsten Fluggast auf dem Modell begrüßen. CEO Martin Gauss würdigte auf der ILA den gegenüber der Boeing 737-300 um 22 Prozent geringeren Treibstoffverbrauch und die geringe Lärmentwicklung sowie den Komfort in der geräumigen Kabine. In diesem und im kommenden Jahr wird Air Baltic noch jeweils sechs CS300 erhalten, mit denen die Boeings bis 2020 komplett ersetzt werden. Bis 2022 will man auch die Q400-Turboprops mit der CSeries ersetzen, was die Beschaffung von mindestens 14 weiteren Maschinen bedeutet.

Lockheed Martin bietet F-35A für Deutsche Luftwaffe an

„Wie haben am Dienstag vor Beginn der ILA auf die Anfrage durch das Bundesverteidigungsministerium unser Angebot abgegeben“, sagte Jack Crisler, Vice President F-35 Business Development and Strategy Integration beim US-Rüstungshersteller Lockheed Martin. Es geht dabei um einen Nachfolger für das in die Jahre gekommene und derzeit noch in 90 Exemplaren eingesetzte Kampfflugzeug Tornado, ein Milliardenauftrag, um den sich auch Airbus mit einer weiterentwickelten Version des Eurofighters Typhoon bemüht. Vom „Tarnkappenjäger“ F-35 sind bereits knapp 300 Maschinen an verschiedene Kunden ausgeliefert worden; 91 sollen 2018 dazu kommen. Vom Eingang einer Bestellung an könnten die ersten Flugzeuge zu einem durchschnittlichen Stückpreis von etwa 80 Millionen Dollar bereits innerhalb von drei Jahren geliefert werden. „Wir arbeiten mit unseren Partnern außerdem daran, die Betriebskosten des Systems kontinuierlich zu senken.“ Auch dadurch sollen weitere Beschaffungsprogramme, neben Deutschland etwa in Belgien, Finnland und der Schweiz, durch die angebotene F-35 gewonnen werden.

Das intelligente Triebwerk repariert sich selbst

Flugzeugtriebwerke werden dank der zunehmenden Digitalisierung immer schlauer. Rolls-Royce hat auf der ILA 2018 seine Vision von der Intelligent Engine vorgestellt. Sie wird zunehmend vernetzt, kontextsensitiv und lernfähig sein. So werden alle Triebwerke der Flotte einer Airline miteinander kommunizieren können und notwendige Wartungs- oder Reparaturarbeiten im Voraus erkennen. Stellt ein Triebwerk beispielsweise durch Selbstüberwachung während eines Fluges von London nach Sydney vor der Zwischenlandung in Singapur fest, dass eine Treibstoffpumpe voraussichtlich nach 20 weiteren Flügen ausfallen wird, kann kurzfristig ermittelt werden, ob das entsprechende Ersatzteil und ein für die Reparatur qualifizierter Mechaniker vor Ort sind und der Wechsel kann während des Zwischenstopps ausgeführt werden, ohne dass sich Verzögerungen im Flugverlauf ergeben, erläuterte Richard Goodhead, Senior Vice President, Customer Strategy & Marketing. Und kleinere Reparaturen werden künftige Triebwerke selbstständig ohne menschliches Eingreifen ausführen können.

Messepremiere des BLADE-Fluglabors von Airbus auf der ILA

Sein Messedebut gibt BLADE, das fliegende Labor von Airbus, auf der ILA 2018 in Berlin. Der Name steht für „Breakthrough Laminar Aircraft Demonstrator in Europe“. Gefördert aus dem EU-Programm Clean Sky, wurden an der A340 die äußeren Teile der Tragflächen durch Neukonstruktionen ersetzt, durch deren Form die Luftströmungen beruhigt werden. „Normalerweise entstehen bereits an der Flügelvorderkante Turbulenzen, hier beginnen sie erst in der Mitte des Flügels“, erläuterte Alex Flaig, Senior Vice President Research & Technology. Durch eine umfassende Laborausstattung an Bord werden fast 2000 unterschiedliche Werte gemessen und die Luftströmungen unter anderem durch Infrarot und per Reflektometrie sichtbar gemacht. In bisher 66 Testflugstunden wurden alle Erwartungen bestätigt, so Flaig. So kann der Strömungswiderstand um zehn Prozent verringert werden, was eine fünfprozentige Reduktion von Treibstoffverbrauch und Schadstoffemissionen bedeutet. Bis ins kommende Jahr sollen die Messergebnisse in 60 bis 70 weiteren Flugstunden konkretisiert werden. Bereits 2020 könnte daraus ein einsatzfähiger Laminarflügel für Schmalrumpfflugzeuge entstehen, sagte Flaig.

Boeing sieht Bedarf für 41.030 Flugzeuge und zwei Millionen Jobs

Der weltweite Luftverkehr boomt. Täglich werden rund um den Globus rund zehn Millionen Passagiere befördert und das, obwohl nur 18 Prozent der Weltbevölkerung überhaupt schon einmal geflogen sind, sagte Drew Magill, Managing Director Marketing Europe der Boeing Commercial Airplane Company, am Donnerstag auf der ILA 2018. Entsprechend groß ist der Bedarf der Fluggesellschaften an Flugzeugen und Personal. Für die kommenden 20 Jahre sieht Boeing einen weltweiten Markt für 41.030 Flugzeuge, davon 17.560 als Ersatz für ältere Maschinen und 23.470, um das Wachstum abzudecken. Dafür benötigen die Airlines mehr als zwei Millionen zusätzliche Mitarbeiter, darunter etwa 600.000 Piloten. Den größten Anteil bei den benötigten Flugzeugen machen mit 29.530 Exemplaren Modelle in der Kategorie von Boeing 737 und Airbus A320 aus. Von der neuen Generation 737 MAX wurden bisher 111 Flugzeuge an 25 Kunden ausgeliefert, die auf 32.004 Flügen 4,9 Millionen Passagiere befördert haben. Mitte nächsten Jahres beginnen die Auslieferungen des Modells MAX 7 sowie der MAX 8 mit erhöhter Zuladung, 2020 folgt die MAX 10 als Konkurrent für den A321. Die Boeing 777X-9 mit neu entwickelten Tragflächen und Triebwerken sowie optimierter Kabinenausstattung soll im kommenden Jahr die Flugerprobung aufnehmen und 2020 ausgeliefert werden.

ArianeGroup zum ersten Mal unter eigenem Namen

Ein vollständig automatisiertes Sprayverfahren zur thermischen Isolation von Raketen ist eines der Highlights der ILA-Präsenz der ArianeGroup. Das deutsch-französische Gemeinschaftsunternehmen, das Hauptauftragnehmer für die Trägerraketenfamilie „Ariane“ ist, tritt in diesem Jahr zum ersten Mal unter seinem eigenen Namen auf der Messe auf. Es zeigt unter anderem Modelle der Trägerraketen Ariane 64, Vega C, Ariane 5ECA, Sojus und Vega im Maßstab 1:25. Alain Charmeau, der CEO der Gruppe, hob hervor, dass die deutsch-französische Kooperation für einen eigenständigen europäischen Zugang zum Weltraum „von entscheidender Bedeutung“ sei. Damit werde Europas „Handlungsfreiheit im Weltraum und die Kontrolle über raumfahrtgestützte Daten in allen wichtigen Bereichen einschließlich der Erd-, Umwelt- und Klimabeobachtung“ gewährleistet.

Ein roter Faden zu den Horizonten

„Wir alle sind Astronauten auf dem Mutterschiff Erde!“ Mit diesem Satz beantwortete Hans Schlegel die Frage, was ein Raumfahrer den „Daheimgebliebenen“ mitgeben könne, falls diese nur geringes Interesse an der Eroberung des Weltalls zeigen. Schlegel sprach auf einer Pressekonferenz des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf der ILA 2018 zum 25-jährigen Jubiläum der D2-Mission. Mit dieser Forschungsreise ins All habe Deutschland den Grundstein für die jetzige europäische Spitzenposition in der Raumfahrt gelegt. Deutschland hatte mit der D2 erstmals die Verantwortung für eine gesamte Mission. Daraus „hat sich ein roter Faden entwickelt, der geradewegs zu Horizons führt“, sagte Walter Pelzer, DLR-Vorstand für Raumfahrtmanagement. „Horizons“ heißt die Raumfahrtmission, die den deutschen Astronauten Alexander Gerst Anfang Juni zur Internationalen Raumstation ISS führt, wo er als Kommandant für ein halbes Jahr lang die Forschungen leitet.

Japan präsentiert Hochtechnologie für maritime Aufklärung

ATLA (Acquisition, Technology  Logistics Agency) ist eine im Herbst 2015 gegründete Behörde innerhalb des japanischen Verteidigungsministeriums, deren Aufgabe neben der Beschaffung von Ausrüstung unter anderem auch die Stärkung der Kooperation auf den Feldern Verteidigungsausrüstung und –technologie ist. Vor diesem Hintergrund ist die Aufsehen erregende Vorführung des neuen Marineaufklärers Kawasaki P-1 auf der ILA in Berlin zu sehen. „Wir wollen der Welt den hohen Standard unserer technologischen Fähigkeiten vor Augen führen“, sagt Kapitän Ryota Ishida, P-1-Projektmanager bei ATLA. In der Tat zeichnet sich die von Beginn an als maritimes Aufklärungsflugzeug konzipierte P-1 durch einige Besonderheiten aus. So ist sie das weltweit erste Flugzeug, das durch so genannte „Fly-by-Light“-Technologie, also über Lichtsignale gesteuert wird, um so elektromagnetische Störungen der empfindlichen Sensorik auszuschließen. Konkrete Pläne, die Kawasaki P-1 an europäische Nationen zu verkaufen, existieren laut Kapitän Ishida derzeit nicht.

Lockheed Martin F-35 – Mehrzweck-Kampfjet der neuesten Generation

Die auf der ILA erstmals gezeigte und von der US-Firma Lockheed Martin gebaute F-35 Lightning II ist ein multifunktionaler Überschall-Kampfjet der so genannten 5. Generation und vereinigt in sich Eigenschaften wie Tarnkappentechnologie („Stealth“), große Rechenleistung, offene Systemarchitektur, leistungsstarke Sensoren und Agilität. Das Flugzeug soll in zahlreichen westlichen Luftstreitkräften Flugzeuge wie etwa die F-15, F-16, F/A-18 oder auch ältere Muster ersetzen, wobei die meisten Flugzeuge für die US-Teilstreitkräfte Air Force, Marine Corps und Navy gebaut werden. Es wurden bereits nahezu 300 Flugzeuge vor allem an die US-Streitkräfte sowie erste Exemplare an die Partnerländer Australien, Dänemark, Niederland, Italien, Norwegen, Großbritannien, Japan und Israel ausgeliefert. Die F-35 wird von einem Triebwerk Pratt & Whitney-F135 mit maximal 191 kN Schub angetrieben und kann bis zu acht Tonnen Waffen in internen Schächten mit sich führen.

MBDA – „Airbus unter den Raketen“

Integrierte Luftverteidigung, europäische Rüstungsprogramme und neue Technologien bilden den Schwerpunkt der Präsentation von MBDA Missile Systems auf der diesjährigen ILA. So steht das zukünftige Taktische Luftverteidigungssystem TLVS der Bundeswehr als Nachfolger für das „Patriot“-System im Mittelpunkt der ILA Plaza. Gemeinsam mit dem Entwicklungspartner Lockheed Martin zeigt MBDA als multinationaler Konzern seinen Vorschlag für das neue flexible Luftverteidigungssystem zur Abwehr taktisch-ballistischer Kurz-und Mittelstreckenraketen, Kampfflugzeugen, Hubschraubern, Drohnen und Marschflugkörpern. „MBDA ist das Ergebnis 20-jähriger Integrationsbemühungen ehemaliger Konkurrenten aus Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und Spanien“, erläutert CEO Antoine Bouvier. „Wir sind stolz darauf, dass MBDA heute so etwas wie Airbus unter den Raketen ist.“

Innovationspreise der Deutschen Luftfahrt auf der ILA verliehen

Im Future Lab der ILA 2018 sind am Mittwoch die Innovationspreise der Deutschen Luftfahrt verliehen worden. Die Zahl der Bewerber war um 50 Prozent gestiegen, sagte der Vorsitzende der Jury, Prof. Rolf Henke vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). „Für uns ist es besonders wichtig, dass Unternehmen aus allen Bereichen und auch Startups dabei sind“, betonte Volker Thum, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), der den Wettbewerb gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft und Bitkom ausrichtet. Sieger in der Kategorie Industrie 4.0 wurde Premium Aerotec für eine Montagestraße von Flugzeugtürrahmen, in der Mensch und Maschine Hand in Hand arbeiten. Die Kategorie Customer Journey gewann edm Aerotec mit seinem weltweit einzigartigen Ultraleicht-Hubschrauber CoAX 2D. Im Bereich Emissionsreduktion gewann Airbus Operations mit seiner H2Torque-Brennstoffzelle, einem klimaneutralen Flugzeugantrieb. Und in der Gruppe Cross Innovation ging der Preis an Rolls-Royce, Schölly Fiberoptic und Fraunhofer IPK für die Entwicklung eines aus der Medizintechnik abgewandelten, endoskopischen Reinigungssystems zur Verlängerung der Betriebsdauer von Turbinenschaufeln.

Erster Berliner Aviation Summit setzt auf Technologie

Zum Auftakt der ILA Berlin 2018 haben Spitzenvertreter der globalen Luftfahrt ein deutliches Zeichen für die neue Ausrichtung der Messe gesetzt. Sie trafen sich am Vorabend der Eröffnung zum ersten Berlin Aviation Summit, um eine Roadmap der Zukunft der Luftfahrt zu entwerfen. Das Gipfeltreffen, organisiert vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), brachte führende Köpfe aus Industrie, Regierung und Forschung zusammen. Neben anderen diskutierten Airbus-CEO Tom Enders, der Geschäftsführende Direktor der europäischen Flugsicherheitsagentur EASA, Patrick Ky, und Fang Liu, der Generalsekretär der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO. BDLI-Präsident Klaus Richter sprach von einem “virtuous circle”, einem positiven Wirkungskreis: Wachstum löst Impulse für Gewichtsreduzierung und Leistungssteigerung der Flugzeuge aus. Das wiederum bewirkt die Verringerung von Emissionen und Betriebskosten. Dieser Effekt führt zu günstigeren Tickets, die ihrerseits das Wachstum treiben. In diesem Erfolgskreis sehen die Meinungsführer eine zentrale Herausforderung darin, das globale Wachstum mit dem Klimawandel in Einklang zu bringen. Die Lösung dieser Herausforderung liegt in der Technologie.

Altmaier sagt gezielte Investitionen zu

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat nachhaltige gezielte Investitionen in Zukunftstechnologien zugesagt. Bei seinem Rundgang auf der ILA Berlin 2018 würdigte der CDU-Politiker die Luft- und Raumfahrtbranche als „Innovationsschmiede für den High-Tech-Standort Deutschland“. Altmaier machte Station am Gemeinschaftstand des ILA-Partnerlandes Frankreich, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt als größter ingenieurwissenschaftlicher Forschungseinrichtung Europas und im Space Pavilion. Seine Behörde werde mit dem nächsten Förderaufruf des Luftfahrtforschungsprogramms LuFo im Herbst 2018 wieder gezielt investieren“, sagte der Minister. Einen „klaren Fokus“ werde sie bei der Digitalisierung, der unbemannten Mobilität und der Ökoeffizienz setzen.

ISC: Nayak-Röder Gruppe auf Erfolgskurs
„Der Bedarf an Maintenance-Dienstleistungen in der Luftfahrt ist ein Wachstumsmarkt“, betont Jörg Erdmann, Executive Board Member der Röder Präszision GmbH. „Röder Präzision ist aufgrund seiner Kompetenz, der langjährigen Erfahrung seiner Mitarbeiter und der guten Standorte in Egelsbach und Alsfeld optimal positioniert, um Kunden einen hervorragenden Service zu bieten.“ Die neuen Eigentümer der Röder Präzision GmbH aus Egelsbach blicken auf ein ereignisreiches Jahr 2017 zurück, das einen erfolgreichen Neuanfang markiert. Am 3. März 2017 hat das Amtsgericht Offenbach das Insolvenzverfahren der Röder Präzision GmbH aufgehoben und damit den Weg für die Rückkehr zum normalen Geschäftsbetrieb frei gemacht. Geschäftsführende Gesellschafter des Unternehmens sind Johann Heitzmann und Bastian Heberer. Die 1922 gegründete Röder Präzision zählt mit ihren über 240 Mitarbeitern zu den bedeutendsten Instandsetzungsunternehmen der deutschen Luftfahrtindustrie. Neben der zivilen Luftfahrt bietet das Unternehmen zudem in der militärischen Luftfahrt eine umfangreiche Palette mit vielen Dienstleistungen an. Das Leistungsportfolio deckt dabei Composite-Herstellung und Reparatur, Ersatzteile & Vertretungen, Flugzeugwartung, Reparatur & Überholung von Luftfahrtgerät, Entwicklung und Oberflächentechnik ab.