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3D-Druck: „Eine Revolution, die sich durch alle Branchen ziehen wird“

3D-Druck
3D-Druck: „Eine Revolution, die sich durch alle Branchen ziehen wird
Eine nachhaltige Technologie mit gigantischem Potenzial. So beschrieben die Experten zum Auftakt der Gesprächsreihe AeroSpace Insights die Technologie, die ähnlich weitereichende Folgen haben könnte wie der Buchdruck vor 500 Jahren.

Prof. Emmelmann, Leiter des Instituts für Laser- und Anlagensystemtechnik an der TU Hamburg-Harburg und einer der führenden Experten weltweit zum Thema 3D-Druck, sieht Deutschland als Pionierland: „Wir stehen am Anfang einer Revolution, die sich durch alle Branchen ziehen wird. Deutschland ist dank seiner einzigartigen Forschungslandschaft und der Kompetenz der hiesigen Industrie die Benchmark.“ Premium AEROTEC ist einer dieser Pioniere und vollbrachte als erstes Unternehmen der Branche den Sprung vom Labor hin zur industriellen Serienfertigung. Grund für die Vorreiterrolle der Luft- und Raumfahrt: Ein einziges Kilo Gewichtseinsparung im Flugzeug vermeidet im Laufe eines Flugzeugslebens 25 Tonnen CO2 und führt zu entsprechend geringeren Betriebskosten für die Fluggesellschaften.

Dr. Thomas Ehm, der Vorsitzender der Geschäftsführung von Premium AEROTEC, wies auf die Wirtschaftlichkeit der Technologie für die Hersteller hin: „Jedes 3D-Teil, das wir produzieren, erfüllt einen Business Case. Es muss leichter, günstiger und schneller zu produzieren sein. Noch sind es wenige Teile, doch der Tipping Point kommt.“ Für Gerd Weber, Standortleiter von Premium AEROTEC im niedersächsischen Varel sowie Initiator und Vorsitzender des branchenübergreifenden Metal Printing Networks mepnet, ist die Revolution in den Fabriken angekommen: „Wir haben mit einem Teil angefangen und sind nun dank erheblicher Investitionen bei 16 Flugzeugteilen für die A350 XWB und die A400M angelangt. Die Entwicklung wird exponentiell weitergehen.“ Auch andere Branchen sind auf die Vorreiterrolle der Luftfahrt aufmerksam geworden. Kürzlich hat Premium AEROTEC eine Kooperation mit Daimler und Maschinenbauer EOS angekündigt, die das Potenzial in Deutschland vervielfachen könnte.

Doch ein Selbstläufer wird die Technologie in Deutschland nicht werden, so Dr. Ehm: „Wir haben den 3D-Druck aus dem Labor in die industrielle Fertigung gebracht. Das ist eine Riesenchance. Wir dürfen jetzt keinen Moment stehenbleiben.“

Der BDLI hat die Gesprächsreihe AeroSpace Insights ins Leben gerufen, um Stakeholder und Branchenexperten zusammenzubringen und zentrale Zukunftsfragen für den Wirtschaftsstandort Deutschland zu diskutieren. Geplant sind weitere Gespräche mit Vertretern aus Wirtschaft, Medien und Politik.