BDLI News

KW 19/20 2021, 21. Mai 2021
Auch in diesem Newsletter können wir wieder von einer Vielzahl von Aktionen berichten: Ein Schwerpunkt unserer Aktivitäten ist es, noch vor Ende der Legislaturperiode die Entscheidungen zur Fortsetzung von FCAS zu begleiten, um die Freigabe für die nächste, entscheidende Phase dieses zukunftsweisenden Projektes zu erhalten. Darüber hinaus sind wir weiter mit den Parteien in intensivem Dialog, um unsere Themen für die Zeit nach der Wahl prominent zu positionieren.

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Wichtiger Schritt für FCAS

Am 17. Mai verkündeten die Verteidigungsministerien der FCAS-Partnernationen Deutschland, Frankreich und Spanien den Abschluss der Verhandlungen zum sogenannten Implementation Agreement 3. Die Durchführungsabsprache für die nächsten beiden Phasen (1B & 2) zwischen den Regierungen der drei Länder beinhaltet neben dem maximalen Kostenrahmen auch Regelungen zum geistigen Eigentum. Die Einigung ist ein wesentlicher Meilenstein auf dem Weg zur Parlamentarischen Befassung der FCAS Demophase 1B. Zusammen mit den endverhandelten Industrieverträgen bildet das IA3 die Grundlage für die sogenannte 25-Mio-Vorlage, die dem Haushalts- und Verteidigungsausschuss des Bundestages am 23. Juni vorgelegt werden soll. (schulenburg[at]bdli.de)

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Positionspapier Hyperschall des BDLI und BDSV

Hyperschallwaffen stellen eine Sicherheitsherausforderung dar, welche die moderne Kriegsführung nachhaltig verändern wird. Nicht in ferner Zukunft, sondern bereits heute. Staaten wie Russland, China und Indien entwickeln und erproben diese Form von Waffensystemen, die auch nuklear bestückt werden können. Im Vergleich zu anderen Nationen stehen die Anstrengungen Deutschlands im Kontext Hyperschall noch am Anfang und müssen zeitnah zielgerichtet fokussiert werden. Um hierzu das Bewusstsein zu schärfen, hat sich der BDLI Fachausschuss Militärische Luftfahrtforschung des Themas angenommen und gemeinsam mit dem BDSV unter der Federführung von Onur Celebi (MBDA) ein Positionspapier erstellt, welches wir Ihnen zur Lektüre ans Herz legen wollen. (ahlers[at]bdli.de)

Hier gelangen Sie zum Positionspapier

Reform der Bundeswehr

Diese Woche stellten Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer und Generalinspekteur Zorn die Reform für eine Bundeswehr der Zukunft vor. Aus Sicht des BDLI ist die angekündigte Straffung der Planung und Beschaffung sowie die Neuordnung der Nutzungsverantwortung ein bemerkenswerter Aspekt des Eckpunktepapiers der Bundeswehr der Zukunft. Hierbei soll die derzeit beim BAAINBw liegende Verantwortung für die Nutzung des Materials an die Anwender in den militärischen Organisationsbereichen zurückgegeben und dort gebündelt werden. Die durchgehende Digitalisierung der Prozesse ist hierbei entscheidend und wird laut BMVg „prioritär“ verfolgt. Ebenfalls wird ein Bundeswehrplanungsgesetz angestrebt welches eine verlässliche 
finanzielle Absicherung von Großvorhaben zur Folge haben soll. (ahlers[at]bdli.de)

Hier finden Sie das Eckpunktepapier.

Aufbau des Weltraumkommandos der Bundeswehr

Die Bundesverteidigungsministerin und der Generalinspekteur kündigten in dem am 18. Mai veröffentlichten Eckpunktepapier zur Bundeswehr der Zukunft den Aufbau eines Weltraumkommandos der Bundeswehr unter Führung der Luftwaffe im 3. Quartal 2021 an. Das Weltraumkommando soll „dimensionsübergreifend, insbesondere im engen Zusammenwirken mit dem Kommando Cyber- und Informationsraum, am Standort Kalkar ausgeplant und betrieben“ werden (S. 15). Angestrebt wird zudem die Multinationalisierung des Weltraumkommandos. Der BDLI Fachausschuss Militärische Raumfahrtanwendungen unter Leitung von Wolfgang Dürr, Head of Marketing & Sales Space Exploration &  Deputy Head of Institutional Relations Space Systems Airbus Defence and Space, steht im engen Austausch mit dem BMVg und begleitet alle Themen an der Schnittstelle zwischen Raumfahrt und Verteidigung. (thalhofer[at]bdli.de; uzun[at]bdli.de)

Europäischer Verteidigungsfond (EDF)

Am 12. Mai 2021 wurde die EDF Verordnung im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Diese tritt rückwirkend zum 1. Januar 2021 in Kraft. Der Europäische Verteidigungsfonds (EDF) ist mit insgesamt ca. 7,95 Mrd. EUR für seine Laufzeit von 2021 - 2027 beziffert, die in Jahrestranchen vergeben werden. Es wird im Mai 2021 mit der Veröffentlichung des EDF Arbeitsprogramms gerechnet. Die ersten Ausschreibungen sind voraussichtlich im dritten oder vierten Quartal des Jahres 2021 zu erwarten. (kneer[at]bdli.de)

Weitere Informationen hier. 

Bericht des Koordinators für die Deutsche Luft- und Raumfahrt vom Kabinett beschlossen

Am 19. Mai wurde der vom Koordinator für die Deutsche Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek, MdB vorgelegte Bericht über seine Tätigkeit in der ablaufenden Legislaturperiode vom Bundeskabinett beschlossen. Der Bericht unterstreicht die Bedeutung der Branche für die Bundesregierung und zeigt die Schwerpunktsetzungen auf. … weiterlesen

Post-Corona-Mittelstandstudie gestartet

Der Einfluss der Corona-Pandemie auf die deutsche Luftfahrtzulieferindustrie ist, wie mehrere Studien gezeigt haben, erheblich. Inzwischen wird deutlich, dass die Post-Corona-Struktur der Branche von vielfältigen Faktoren beeinflusst wird: Anpassungen innerhalb der Airbus Gruppe (inklusive Premium Aerotec) aber auch Anpassungen auf Seiten der Zulieferer, wie Veränderungen des Kundenportfolios. Um zukünftig seitens des Verbandes zielgerichtet agieren zu können, werden im Rahmen einer Studie aktuelle Strukturdaten und Einschätzungen zur Branche erhoben. 
Wir planen die Befragung im Zeitraum von 2. bis 8.Juni 2021 durchzuführen. Die Geschäftsführungen der BDLI-Zulieferunternehmen erhalten in den nächsten Tagen einen Link zum Fragebogen. Wir möchten Sie bitten an der Studie teilzunehmen (berndes[at]bdli.de)

Deutschland muss Hub für klimaneutrales Fliegen werden

Das klimaneutrale Fliegen ist Zukunft, und sie hat bereits begonnen. Deutschland muss dabei eine Schlüsselrolle einnehmen, um das Klima zu schützen und unseren Technologievorsprung in vielen Bereichen der Luftfahrtindustrie zu bewahren und auszubauen. Darüber waren sich führende Persönlichkeiten aus Politik, Forschung und Industrie im Rahmen der BDLI-Gesprächsreihe „AeroSpace Insights“ einig. Bereits im nächsten Jahrzehnt werden Flugzeuge klimaneutral starten – vorausgesetzt, dass jetzt die richtigen Weichen gestellt und Entscheidungen schnell umgesetzt werden. … weiterlesen

Deutsche und französische Verbände drängen auf Wiederanlauf des Europäischen Luftverkehrs

In einem gemeinsamen Schreiben der Präsidenten von GIFAS, BDLI, BDL und FNAM, dem französischen Handelsluftfahrtverband, an Bundeskanzlerin Merkel und Premierminister Castex unterstreichen die Unterzeichner den dringenden Bedarf nach einem konkreten Recovery-Plan und EU-weit einheitliche Einreiseregeln für eine Wiederbelebung des europäischen Luftverkehrs. Insbesondere werden einheitliche Einreiseregeln in die EU und innerhalb der EU sowie eine integrierte, digitale Lösung für Impfnachweise und Testnachweise gefordert. (berndes[at]bdli.de).

Ad-hoc AG Sorgfaltspflichtengesetz gestartet

Auch wenn die finale Beratung zum Gesetz über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten aktuell etwas verzögert wurde, gehen wir im BDLI davon aus, dass es noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden wird und ab 2023 umzusetzen ist. Wie auch die öffentliche Beratung im Ausschuss für Arbeit und Soziales zu Beginn dieser Woche deutlich zutage brachte, beinhaltet das Gesetz viele offene Punkte und Risiken für die deutsche Industrie und droht, den eigentlichen Zweck zu verfehlen. Die BDLI ad-hoc-AG unter Leitung von Dr. Bernd Kisilowski (Leiter Nachhaltigkeit und Umweltschutz bei der Airbus Operations GmbH) nahm in dieser Woche ihre Arbeit auf mit dem Ziel, unsere Industrie für eine effiziente und effektive Umsetzung der Gesetzgebung vorzubereiten und sich als Ansprechpartner gegenüber der zuständigen Behörde für nachfolgende Rechtsakte und Leitlinien zu positionieren. Für den Herbst 2021 ist eine große Infoveranstaltung für die deutsche Supply Chain der Luft- und Raumfahrt geplant. (belitz[at]bdli.de)

GAIA-X im Digitalbeirat des BDLI

Nachdem das Präsidium im vergangenen Monat beschloss, aus der im Januar adhoc eingereichteten GAIA-X-Arbeitsgruppe einen ständigen, an das Präsidium berichtenden Digitalbeirat zu machen, tagte dieser in der vergangenen Woche ‘unter neuer Flagge‘. Im Mittelpunkt stand der sehr offene und aufschlussreiche Austausch mit dem Leiter des German Hub GAIA-X, Peter Kraemer, über die Rolle nicht-europäischer Hyperscaler und wie die Luft- und Raumfahrtindustrie mit ihren branchenspezifischen Anwendungsfällen bei GAIA-X andocken könnte. Daneben stellte SAP vor, welche neuen Geschäftsmodelle gerade kleine und mittelständische Unternehmen in unserer Industrie mit Datensammlung-, nutzung und -teilung aufbauen können. Danach berichtete der Co-Vorsitzende Evert Dudok über verschiedene EU-Initiativen zum Aufbau autonomer und souveräner Daten- und Konnektivitätsinfrastrukturen und welche Gespräche hierzu mit dem zuständigen EU-Kommissar Thierry Breton geführt werden. (friebe[at]bdli.de)

Advanced Air Mobility wird nationale Priorität in den USA

Der US-Senats hat den Advanced Air Mobility Coordination and Leadership Act verabschiedet, der eine behördenübergreifende Arbeitsgruppe auf Bundesebene einrichtet, um in Abstimmung mit der Industrie und anderen Interessengruppen eine nationale Strategie zu entwickeln, die die Entwicklung und das Wachstum des Advanced Air Mobility (AAM)-Sektors ermöglicht. Der Act weist die US-Bundesregierung an, eine Führungsrolle zu übernehmen, um ein Höchstmaß an gesellschaftlichem Nutzen zu ermöglichen, wenn „Flugtaxis“ umfassender in das nationale Luftraumsystem eingeführt werden. Die Arbeitsgruppe soll die Rolle des Bundes im AAM-Sektor über die erste kritische Phase der Flugzeugzertifizierung und des Betriebs hinaus prüfen und Empfehlungen aussprechen, wobei der Schwerpunkt auf wirtschaftlichen und arbeitnehmerischen Möglichkeiten, potenziellen physischen und Cyber-Sicherheitsrisiken und deren Entschärfung, der inländischen Lieferkette und der Infrastrukturentwicklung liegt. (friebe[at]bdli.de)

Den kompletten Gesetzestext finden Sie auf der Seite des US-Kongresses.

EU-Studie zur gesellschaftlichen UAM-Akzeptanz

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat die Ergebnisse der ersten in der Europäischen Union durchgeführten Studie zur urbanen Luftmobilität veröffentlicht. Sie zeigen, dass die Mehrheit der Befragten die Aussicht auf Dienstleistungen wie Lufttaxis, Luftambulanzen und Drohnenlieferungen im Großen und Ganzen begrüßt aber Bedenken hinsichtlich potenzieller Probleme wie Sicherheit, Lärm und Auswirkungen auf die Tierwelt hat. "Als Ergebnis dieser Studie haben die EASA und die EU zum ersten Mal Einblicke, was die allgemeine Öffentlichkeit in Europa über diese völlig neue Entwicklung im Bereich der Luftfahrt denkt", sagte EASA-Exekutivdirektor Patrick Ky. (friebe[at]bdli.de)

Eine Zusammenfassung sowie detaillierte Aufschlüsselung finden Sie auf der UAM-Website der EASA.

Nationale Konferenz Satellitenkommunikation

Rund 300 Teilnehmer aus den Bereichen der Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung kamen am Dienstag bei der 7. Nationalen Konferenz Satellitenkommunikation der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR digital zusammen. Dabei stand insbesondere das Thema der digitalen Vernetzung via Satelliten im Zentrum der Veranstaltung. Deutschland muss die geplante europäische Satellitenkonstellation für sichere Breitband-Konnektivität frühzeitig mitgestalten, um von ihren großen Chancen bestmöglich zu profitieren. (thalhofer[at]bdli.de)

Mehr Informationen zur Konferenz hier.

Zwei Konsortien für ESA-Initiative zu Mond-Satelliten

Im Rahmen der ESA-Initiative „Moonlight“ stellte die ESA am 20. Mai ihre Pläne für den Aufbau von Telekommunikations- und Navigationssatelliten um den Mond vor. Die Initiative bietet enorme Potenziale für die künftige Exploration des Alls, indem sie zentrale Dienstleistungen für zukünftige Missionen bereitstellen kann. Zwei Konsortien sollen die Umsetzbarkeit der Initiative untersuchen. Die Raumfahrtindustrie ist durch Airbus, OHB, Telespazio und Thales Alenia Space in beiden Konsortien vertreten. (thalhofer[at]bdli.de)

Weitere Informationen.

EU-Raumfahrtprogramm

Die Verordnung zur Errichtung des Raumfahrtprogramms der Union 2021-2027 wurde am 28. April 2021 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Das Programm stellt 13,2 Milliarden Euro (aktuelle Preise) an Mitteln für Galileo, Copernicus, SSA (Space and Situational Awareness) und GOVSATCOM (Governmental Satellite Communication Initiative) zur Verfügung und stellt auch sicher, dass diese nach 2027 weitergeführt werden. Das Raumfahrtprogramm soll die Kontinuität und Weiterentwicklung der drei bestehenden Vorzeigeprogramme Galileo, Copernicus und EGNOS sicherstellen. Es soll auch neue Initiativen zur Weltraumüberwachung (SSA), einschließlich Weltraumüberwachung und -verfolgung (SST), Weltraumwetter und erdnahe Objekte (NEO) sowie Satellitenkommunikation (GOVSATCOM) unterstützen. Der mit 1 Milliarde Euro ausgestattete Raumfahrt-Investitionsfonds, CASSINI, wird Start-ups und disruptive Innovationen fördern. Die Verordnung wird rückwirkend ab dem 1. Januar 2021 gelten. (kneer[at]bdli.de)

Weitere Informationen

IAC International Astronautical Congress

Vom 25.-29. Oktober 2021 wird der IAC in Dubai als Vor-Ort-Kongress stattfinden, darüber informierte die International Astronautical Federation (IAF) in dieser Woche. Unter dem Motto „Inspire, Innovate & Discover for the Benefit of Mankind” sollen ein vielfältiges Programm und thematische Sessions stattfinden und Stakeholder der Raumfahrt aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammengebracht werden. Der BDLI präsentiert sich auf dem IAC Dubai mit einer deutschen Rekordbeteiligung von 20 Unternehmen im German Pavilion. (schueller[at]bdli.de; thalhofer[at]bdli.de) 

Hier gelangen Sie zur Pressemitteilung des IAF.