KW 30/2016

Unbemanntes Fliegen – aber sicher

Flexible Mobile Bodenkontrollstation (FlexMobBKS) ©ESG
Flexible Mobile Bodenkontrollstation (FlexMobBKS) ©ESG
Das unbemannte Fliegen erlebt derzeit einen enormen Hype. Ob intelligente Landwirtschaft, Paketlieferungen, Flugzeugwartung per Drohne oder die Versorgung abgelegener Gebiete mit Medikamenten – fast täglich werden neue Anwendungen entwickelt.

Neben dem professionellen Einsatz mit ausgereiften Geräten und erfahrenen Piloten haben jedoch auch schwarze Schafe die Gelegenheit ergriffen, den Luftraum unkontrolliert zu nutzen.

Leider gibt es bisher kaum Regeln oder Erfahrungen über den Umgang mit unbemannten Flugsystemen. „Wir müssen noch viel lernen, um das Potenzial dieser Technologie voll nutzen zu können. Einerseits ist der gesellschaftliche Nutzen immens. Andererseits gilt es, Risiken und Gefahren zu erkennen und einzudämmen“, so Tobias Paul von der ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH aus Fürstenfeldbruck bei München.

„Aus diesem Grund haben wir gemeinsam mit Partnern einen Experimentalträger entwickelt, mit dem wir durch Versuche Erfahrungen sammeln und Diskussionen anregen können“, fügt der Projektmanager hinzu. „Der Unbemannte Missionsausrüstungsträger, kurz UMAT, kann in den kommenden Jahren einen enorm wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des unbemannten Fliegens leisten.“

Die ESG wurde kürzlich als eines der innovationsstärksten mittelständischen Unternehmen Deutschlands ausgezeichnet. Der Ideenreichtum der bayerischen High-Tech-Schmiede zeigt sich nicht zuletzt am innovativen Plattformansatz des UMAT. „Es handelt sich um eine sehr flexible, experimentelle Plattform. Auf diese Art können wir unterschiedliche Anwendungen und Ausrüstungen, die insbesondere dem sicheren Fliegen dienen, möglichst früh und schnell in Flugversuchen erproben. Durch die gewonnenen Erkenntnisse lassen sich Geld und Zeit sparen. Wir testen zum Beispiel, wie sich unbemannte Flugsysteme sicher in den Luftraum integrieren lassen und wie die Zulassung neuer Systeme und Anwendungen aussehen könnte.“

Technologien und Produkte zur Erschließung und sicheren Nutzung des Luftraums durch unbemannte fliegende Systeme ist wesentlicher Bestandteil der zivilen und militärischen Luftfahrtstrategie Deutschlands. Darüber hinaus bietet das unbemannte Fliegen erhebliche Markchancen für die deutsche Luftfahrtindustrie: Es ist das global am schnellsten wachsende Branchensegment und eine Zukunftstechnologie des 21. Jahrhunderts.

Nach aktuellen Schätzungen dürften in den nächsten zehn Jahren über 90 Mrd. USD in Drohnen investiert werden. Der jährliche Markt von heute 4 Mrd. USD wird auf dann 14 Mrd. USD wachsen. Sowohl der deutsche Mittelstand als auch die Systemhersteller sind technologisch sehr gut aufgestellt, um von diesem Trend zu profitieren. Hierbei hat Sicherheit – wie immer – für unsere Industrie höchste Priorität.