KW 18/2016

Schnellwaschgang für Triebwerke

Der komplette Sprühadapter mit den Hochdruckdüsen kann bequem von einer Person angebracht werden.Copyright: Sonja Brüggemann / Lufthansa Technik AG
Der komplette Sprühadapter mit den Hochdruckdüsen kann bequem von einer Person angebracht werden.Copyright: Sonja Brüggemann / Lufthansa Technik AG
Saubere Flugzeuge sehen nicht nur besser aus, sondern arbeiten effizienter und verbrauchen weniger Kerosin. So erzeugt die saubere Außenhaut eines Flugzeugs weniger Luftwiderstand, spart Treibstoff und reduziert Emissionen. Doch was bisher nur wenige wissen: Auch ein sauberes Innenleben der Triebwerke senkt die Kosten und schont die Umwelt.

„Cyclean® Engine Wash ist das von Lufthansa Technik entwickelte und patentierte Reinigungsverfahren für Triebwerke“, erklärt Oliver Winter, Leiter Engine Life Cycle Services bei Lufthansa Technik, einem der weltweit führenden herstellerunabhängigen Anbieter für Wartungs-, Reparatur- und Überholungsservices.

Bei jedem Flug saugen Triebwerke Insekten, Staub und Aerosole aus der Luft an. Diese Schmutzpartikel setzen sich im Triebwerk fest und bewirken, dass es weniger effizient arbeitet. Die Folge: Der Kerosinverbrauch steigt, und die Lebensdauer des Triebwerks verkürzt sich. „Unsere Kunden profitieren auf verschiedene Weise von Cyclean®“, so Oliver Winter. „Wichtigster Faktor ist der verringerte Kraftstoffdurchlauf nach einer Wäsche. Darüber hinaus wird das Triebwerk insgesamt in einen besseren Zustand versetzt und kann somit wirkungsvoller arbeiten.“

Durch eine regelmäßige Wäsche arbeiten Triebwerke effizienter und verbrauchen bei gleicher Leistung durchschnittlich bis zu einem Prozent weniger Kerosin. Airlines sparen so nicht nur Kosten für Kerosin, sondern mindern dauerhaft auch die Wartungskosten für die Triebwerke ihrer Flugzeugflotten. Darüber hinaus führt der deutlich geringere Kohlendioxid- und Stickoxid-Ausstoß zur Entlastung der Umwelt.

Vor der Wäsche befestigt ein Techniker den Sprühadapter, über den mit hohem Druck warmes Wasser in das Triebwerk gespritzt wird. Das herablaufende Schmutzwasser wird gesammelt und später fachgerecht entsorgt. Da das Gerät von einem Fahrzeug aus bedient wird, kann die Wäsche auf jeder Parkposition des Flugzeugs in weniger als einer Stunde durchgeführt werden.

Derzeit untersuchen Experten von Lufthansa Technik und der Hochschule Darmstadt, wie man den Reinigungsvorgang noch wirtschaftlicher und umweltschonender gestalten kann und gleichzeitig einen Einsatz bei Minusgraden ermöglichen könnte. „Cyclean® 2.0 ist unser langfristiges Forschungsprojekt, um das System weiter zu verbessern. Einer unserer Ansätze ist es, Wasser durch CO2-Trockeneis-Pellets zu ersetzen“, erläutert Oliver Winter. Dies brächte eine ganze Reihe von Vorteilen: Weiterer Zeitgewinn aufgrund eines verkürzten, rückstandslosen Reinigungsvorgangs, sinkende Wartungskosten sowie eine Triebwerkswäsche auch bei Außentemperaturen unter dem Gefrierpunkt.

Bis heute ist Cyclean® Engine Wash über 40.000mal durchgeführt worden. Es ist das weltweit führende Verfahren und die einzige etablierte Triebwerkswäsche, die sogar direkt am Gate möglich ist. Neben Lufthansa wird es von über 40 weiteren Airlines weltweit genutzt. Und mit „Cyclean 2.0“ ist Lufthansa Technik auf bestem Wege, die Triebwerkswäsche erneut zu revolutionieren.