KW 48/2018

Nichts als Wasserdampf

Das neue Brennstoffzellen-Konzept von Airbus bei der Verleihung des Innovationspreises der Deutschen Luftfahrt
Das neue Brennstoffzellen-Konzept von Airbus bei der Verleihung des Innovationspreises der Deutschen Luftfahrt
Wasserstoffantriebe sind eine Verheißung für den Verkehrssektor. Erste Pkw und Züge fahren dank der Brennstoffzellentechnologie bereits heute ohne CO2- und Lärmemissionen. Und auch die Luftfahrt erforscht, welche Rolle Wasserstoff am Himmel spielen kann. Wegweisend ist Airbus in Hamburg. Die Technologie kann helfen CO2 einzusparen.

Die Luftfahrt will bis 2050 ihre netto CO2-Emissionen im Vergleich zu 2005 halbieren. So das Ziel der internationalen Staatengemeinschaft im Rahmen der UN-Luftfahrtorganisation ICAO. Zugleich wächst der Luftverkehr jedes Jahr um mehrere Prozent. Damit die Luftfahrt grüner wird, müssen alle Potenziale genutzt werden. Wasserstoff ist eine Möglichkeit.

Neuartiges Konzept für Wasserstoffantrieb

Eines der Konzepte von Airbus heißt „Hydrogen to Torque“, was so viel heißt wie „Wasserstoff wird zu Drehkraft“. Vereinfacht gesagt, erzeugen dabei mehrere Brennstoffzellen Strom. Die Technologie könnte zum Beispiel bei einer Auxiliary Power Unit, APU im Heck eines Flugzeuges eingesetzt werden. Anders als die großen Turbinen unterhalb der Flügel, die dem Flugzeug den nötigen Anschub geben, liefert die APU Energie vor allem im Inneren einer Maschine. Im Bodenbetrieb vor dem Start erzeugt sie Strom, um etwa die Bordelektronik oder die Klimaanlage zu betreiben.

Demonstrator zeigt Funktionsweise

Einen Demonstrator hat Airbus gemeinsam mit dem Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung (ZAL) in Hamburg entwickelt und daran gezeigt, dass das Konzept funktioniert. Im ZAL fördert unter anderem die Stadt Hamburg wegweisende Innovationen der zivilen Luftfahrtindustrie in der Metropolregion Hamburg. Das innovative Konzept von Airbus zeigt, welche Erfolge hier entstehen. Im Rahmen der ILA 2018 hat Airbus dafür den Innovationspreis der Deutschen Luftfahrt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in der Kategorie „Emissionsreduktion“ erhalten.

Mittlerweile hat Airbus erste Patente angemeldet. Bis die Technologie in Flugzeugen tatsächlich zum Einsatz kommen könnte, werden indes noch einige Jahre vergehen. Neben weiterer Entwicklungsarbeit müssen auch Zulassungsfragen geklärt werden.