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Mars-Orbiter mit Kernmodul aus Deutschland sucht nach Spuren von Leben

ExoMars (Artist's impression: ESA - D. Ducros)
ExoMars (Artist's impression: ESA - D. Ducros)
Am 16. Oktober ist es endlich soweit: Nach sechs Monaten Reisezeit wird die europäische ExoMars 2016 Mission den roten Planteten erreichen. Nur drei Tage später, am 19. Oktober, soll das ExoMars-Landemodul Schiaparelli auf dem roten Planeten aufsetzen. Dann taucht auch der Orbiter in seinen Mars Orbit ein. Der endgültige "Science"-Orbit wird im November 2017 erreicht und einen Monat später beginnt dann auch die Suche nach Methan.

Herzstück der ExoMars 2016 Mission ist der sogenannte Spurengas-Orbiter (TGO), dessen Kernmodul vom Technologie- und Raumfahrtkonzern OHB in Bremen entwickelt und gefertigt wurde. Die wichtigsten Aufgaben des Orbiters: Er ist Träger für das Eintritts- und Landemodul, wird die Marsatmosphäre auf Spurengase untersuchen und wird die Kommunikation mit dem Rover in der ExoMars 2020 Mission sicherstellen.

Die Forscher erhoffen sich Aufschlüsse darüber, ob es möglicherweise einmal Leben auf dem Mars gegeben hat oder ob unter der Marsoberfläche vielleicht sogar noch Leben existiert. Darüber hinaus soll der TGO wichtige Anhaltspunkte für künftige Marsmissionen liefern, etwa über die Zusammensetzung der Atmosphäre des Roten Planeten.

ExoMars ist nach Mars Express die erste große europäische Explorationsmission zum Roten Planeten – ein bedeutender Meilenstein sowohl für die europäische Raumfahrt als auch für OHB. ,,Wir sind vom ersten Entwurf bis zur Mission dabei. Das bringt hohe Motivation mit sich", so Dr. Andreas Winkler, Projektleiter bei OHB System in Bremen. „Wir wollten unbedingt bei ExoMars dabei sein.“ Die zweite ExoMars-Mission soll 2020 zu unserem Nachbarplaneten aufbrechen. OHB wird dafür den sogenannten Carrier bauen, der den Rover zum Mars bringen wird. Darüber hinaus ist OHB für zahleiche Subsysteme des Rovers verantwortlich u.a. das Probenaufbereitungs- und Verteilsystem im inneren des Mars-Rovers. Die OHB SE spielt seit Jahren in der ersten "Weltraum-Liga". Das erfolgreiche Bremer Familienunternehmen gehört zu den Raumfahrtpionieren und ist inzwischen seit 35 Jahren auf Expansionskurs. Unter dem Dach des börsennotierten Unternehmens werden auch die Galileo-Satelliten für das europäische Satelliten-Navigationssystem entwickelt, gebaut und getestet. Von den insgesamt 22 Galileo-Satelliten, die OHB produziert, befinden sich bereits zehn im Weltall. Und im November werden erstmals 4 Galileo-Satelliten auf einen Streich auf einer europäischen Ariane 5 ES Trägerrakete ins All geschickt.

ExoMars Zwei Missionen, ein Programm zur Erforschung des Roten Planeten