KW 36/2018

Funkpeiler sorgen für Sicherheit

Die komplette Technik des Funkpeilsystems DF-ATC-S ist in einer Mastbox integriert
Die komplette Technik des Funkpeilsystems DF-ATC-S ist in einer Mastbox integriert
In immer dichter frequentierten Lufträumen wachsen auch die Herausforderungen an die Fluglotsen. Sie müssen immer mehr Flugzeuge koordinieren. Dafür stehen sie in ständigem Funkkontakt mit zahlreichen Piloten. Radarsysteme geben ihnen die Übersicht über die Positionen aller Flugzeuge in ihrem Verantwortungsbereich. Um leicht zu erkennen, welcher Pilot gerade spricht, liefert ein Funkpeiler zusätzliche Richtungsinformationen – so muss der Fluglotse nicht erst mühsam die Kennung am Bildschirm suchen. Der bayerische Technologiekonzern Rohde & Schwarz baut seit mehr als 60 Jahren Funkpeiler und hat eine völlig neue, leistungsfähige und kompakte Peilergeneration auf den Markt gebracht. Das gesamte System wird am Antennenmast montiert und ist in kürzester Zeit betriebsbereit.

Funkpeiler unterstützen die Flugsicherung auf Flughäfen und in Kontrollstellen. Sie erfassen die Richtung zu einem rufenden Flugzeug und blenden diese ins Radarbild ein. Beim Einsatz mehrerer Peiler kann durch Kreuzpeilung sogar die Position von Flugzeugen bestimmt werden. Im Radarbildschirm wird das gerade rufende Flugzeug dann mit einer Markierung dargestellt. So ist eine einfache und rasche Identifikation des jeweils rufenden Flugzeugs möglich. Verwechslungen und Missverständnisse, werden so vermieden. An kleinen Flugplätzen ohne Radar sind Peiler oft sogar die einzige Quelle für Richtungsinformationen. Hier werden die Peilungen nicht am Radarbildschirm, sondern auf einem mitgelieferten Panel angezeigt.

Evolution der Peilertechnologie

In den 1950er Jahren wurden die ersten Funkpeiler an Flughäfen installiert. Rohde & Schwarz war von Anfang an dabei und gehört zu den weltweit führenden Herstellern. Mit dem neuesten Modell R&S DF-ATC-S hat das Unternehmen nun eine ganz neue Generation auf den Markt gebracht. Die neue Funkpeiler-Familie bietet von 2- bis 32-kanaligen Systemen für jeden Flugplatz und Einsatzbereich passende Konfigurationen und Optionen. Dazu gehört auch ein Mast mit umfangreichem Zubehör. Das vereinfacht die fachgerechte Installation. Offene Schnittstellen stellen die Peildaten in Echtzeit bereit und erlauben optional auch die Steuerung des Systems aus der Ferne.

Alles in einer Box

Einzigartig ist zudem die Kompaktheit und Outdoor-Fähigkeit des Funkpeilers. Digitale Signalverarbeitung und die Miniaturisierung der Baugruppen ermöglichen die Unterbringung des kompletten Systems – Empfangseinheit, Peilserver, Klimatisierung, GPS-Empfänger und IP-Switch – in einer Box am Antennenmast. Die Unterbringung in einem Gebäude oder Shelter, wie es Vorgänger-Modelle noch benötigten, entfällt. Das ganze System kann daher in wenigen Stunden betriebsfertig montiert werden. Nur ein Daten- und Stromanschluss muss vorhanden sein.

Die Systemfamilie bietet zwei unterschiedliche Peilantennen. Ausgestattet mit der kompakten Antenne ist das Peilsystem einfach verlastbar, also zum Transport gut geeignet. Auch dank der schnellen Montage kann der Peiler so an provisorischen Flugplätzen genutzt werden, etwa wenn die Bundeswehr im Auslandseinsatz für einige Monate einen Landeplatz einrichtet.

Rohde & Schwarz hat die neue Funkpeiler-Generation in nur zwei Jahren komplett inhouse entwickelt – und konnte dabei auf seine jahrzehntelange Erfahrung aufbauen. Dabei hat das Unternehmen die Systemfamilie entsprechend der Richtlinien der ICAO und des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherung umgesetzt