KW 19/2016

Die leisen Lebensretter

Leisester Hubschrauber seiner Klasse: die neue H160 © Airbus Helicopters
Leisester Hubschrauber seiner Klasse: die neue H160 © Airbus Helicopters
Niemand möchte auf sie angewiesen sein, doch jeder schätzt, dass es sie gibt. Jeden Tag werden Rettungshubschrauber in Deutschland zu mehreren hundert Noteinsätzen gerufen – immer dann, wenn jede Sekunde zählt.

„Krankenhäuser liegen in der Regel in Ballungsräumen. Unsere Rettungshubschrauber müssen somit bei Tag und Nacht über dicht besiedelte Wohngebiete fliegen“, so Dr. Wolfgang Schoder, CEO von Airbus Helicopters Deutschland. „Einer unserer Entwicklungsschwerpunkte ist daher seit vielen Jahren, die Lärmentwicklung immer weiter zu verringern.“

Mit einem Marktanteil von 45 Prozent ist Airbus Helicopters mit Abstand Weltmarktführer auf dem zivilen und halbstaatlichen Markt. Bei den Rettungshubschraubern erreicht die hundertprozentige Tochter der Airbus Group, deren deutscher Hauptsitz im bayerischen Donauwörth liegt, sogar einen Marktanteil von 60 Prozent. Im militärischen Segment belegt das europäische Unternehmen ebenfalls einen Spitzenplatz.

„Heute befinden sich weltweit etwa 2.000 unserer Hubschrauber im Rettungseinsatz, davon allein 600 in Europa. Da bevölkerungsreiche Länder wie China bei der zivilen Luftrettung erst am Anfang stehen, erwarten wir, dass der Markt sich in den nächsten Jahrzehnten verdoppeln wird", so  Dr. Schoder weiter.

Weltweit zählen die Hubschrauber von Airbus Helicopters zu den leisesten ihrer jeweiligen Klasse, weshalb sie besonders für den Einsatz über bewohnten Gebieten und in der Nähe von Krankenhäusern geeignet sind. So liegt der externe Geräuschpegel der H145 etwa -8,5 dB unter dem zulässigen Limit und somit deutlich unter dem der Konkurrenten.

Auch die neueste Version der H135 gilt trotz beträchtlicher Steigerung der Leistung zum Vorgängermodell als Referenzmodell in der Luftrettung – nicht zuletzt wegen ihres geringen akustischen Profils. Die beiden Modelle sind bislang die einzigen Hubschrauber überhaupt, die für Rettungs- und Tourismusflüge den Grand Canyon durchkreuzen dürfen, wo die Lärmschutzvorschriften stringenter sind als an beinahe jedem anderen Ort.

„Wir ruhen uns aber nicht auf dem Erfolg von heute aus“, versichert Wolfgang Schoder. „Dank mehrerer firmeneigener oder durch das Luftfahrtforschungsprogramm der Bundesregierung finanzierter Entwicklungsvorhaben konnten in jüngster Zeit Entwicklungen weiter vorangetrieben werden, die in die nächste Hubschraubergenerationen Einzug halten werden.“ In Zusammenarbeit mit Universitäten und Forschungseinrichtungen sind neue Verfahren zur Simulation von Aerodynamik entwickelt worden, die eine deutlich bessere Vorhersage von Wirbelbildung am Rotor ermöglichen. Daraus ist eine neue Rotorblattform entstanden, die bei verbesserter Nutzlast Lärm deutlich reduziert: die BlueEdge™ Hauptrotorblätter. 

Um diese Fortschritte in Arbeitsplätze und deren Sicherung in Deutschland umsetzen zu können, wurden die Arbeiten mit Projekten zur kosteneffizienten Fertigungstechnologie begleitet. Nicht zuletzt dank des Luftfahrtforschungsprogramms erhält die Hubschrauberindustrie in Deutschland so ihre Systemfähigkeit und setzt weiter Maßstäbe bei umweltfreundlichen Hubschraubern.

Der Weltmarktführer Airbus Helicopters entwickelt, vertreibt und betreut die weltweit umfangreichste Modellpalette an Hubschraubern, vom einmotorigen Leichthubschrauber über zweimotorige leichte und mittlere Maschinen bis hin zu Transporthubschraubern der Elf-Tonnen-Klasse. Das in Nordschwaben gelegene Werk Donauwörth ist der deutsche Hauptsitz des Unternehmens. Mit rund 7.000 Beschäftigten ist Airbus Helicopters der größte Arbeitgeber in dieser Region und blickt auf eine jahrzehntelange Geschichte im Zeichen von Innovation und Hochtechnologie zurück. Auch am neuesten zivilen Hubschrauber von Airbus Helicopters, der H160, ist das Werk in Donauwörth beteiligt. Die Zelle des zweimotorigen Hubschraubers wird am Standort in Donauwörth entwickelt und produziert.