KW 28/2016

Das Internet von morgen kommt per Laserstrahl

Integration des Flugterminals MLT-70 im Reinraum bei ViaLight
Integration des Flugterminals MLT-70 im Reinraum bei ViaLight
Big Data, Internet der Dinge und Industrie 4.0 sind in aller Munde. Milliarden von Menschen nutzen Internet und Smartphones, und Roboter und Maschinen werden zunehmend vernetzt. Es gibt nur ein Problem:...

Die Datenmenge, die mit heutigen Funktechnologien übertragen werden kann, stößt bald an ihre Grenzen.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat daher bereits vor Jahren damit begonnen, eine vielversprechende neue Technologie zu entwickeln und zu erproben: die Datenübertragung per Laserstrahl. Diese Innovation steht nun vor dem Durchbruch – und unsere Gesellschaft vor einem technologischen Umbruch, der mit der Einführung von PCs, Internet oder Smartphones vergleichbar ist.

„Schon heute können wir mit Lasern 100mal mehr Daten als per Funk übermitteln – und das über tausende von Kilometern, etwa aus dem Weltall“, so Dr. Markus Knapek, CEO von ViaLight. „Das ist erst der Anfang. Mittelfristig können durch Laser weltweit riesige, exponentiell wachsende Datenmengen übertragen und selbst abgelegene Gebiete mit schnellem Internet versorgt werden. So wollen wir helfen, Menschen zu verbinden, Wohlstand zu schaffen und Armut zu bekämpfen.“

Neben dem weiteren Ausbau der Glasfasernetze in Ballungszentren werden zukünftig Flugzeuge, Ballons und Satelliten zu einem weltumspannenden, laserbasierten System für die Übertragung von Daten zusammenwachsen. Internet- und Raumfahrtunternehmen investieren bereits Milliarden in die revolutionäre Technologie, die Verbindungen zudem auch stör- und abhörsicher macht.

Das junge High-Tech Unternehmen ViaLight aus Gilching bei München, eine Ausgründung des DLR Raumfahrtzentrums in Oberpfaffenhofen, ist in den letzten Jahren bei der Datenübertragung mittels Laser zum Weltmarktführer avanciert. ViaLight stellt heute Laserterminals für stratosphärische Netzwerke und optische Bodenstationen her. Gleichzeitig läuft die Entwicklung einer neuen Generation von Laserterminals, mit deren Hilfe die entstehenden Satellitenkonstellationen vernetzt werden sollen.   

Dr. Markus Knapek blickt daher optimistisch in die Zukunft: „Es liegen noch gewaltige Entwicklungspotentiale vor uns. Eine 1.000mal schnellere Datenübertragung wird schon heute in der Forschung erprobt. Das Informationszeitalter hat begonnen, die dadurch entstehenden riesigen Datenmengen sind absehbar, und wir sind als Spezialist und Weltmarktführer für Laserkommunikation mittendrin.“

ViaLight ist ein 2009 gegründetes Spin-Off des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Für ihre Leistung erhielten die drei Gründer von ViaLight, Dr. Markus Knapek, Joachim Horwath, und Dr. Dirk Giggenbach den „Spin-Off Preis“ der Freunde des DLR. Mit diesem Preis wurde die Leistung der Gründer gewürdigt, die es geschafft haben, wissenschaftliche Ergebnisse zu Innovationen weiterzuentwickeln, die am Weltmarkt erfolgreich sind und so der deutschen Wirtschaft Auftrieb geben.