KW 32/2016

Brandmelder im All

FireBIRD zur Waldbrandfrüherkennung
FireBIRD zur Waldbrandfrüherkennung
Was nur wenige wissen: Brände verursachen weltweit fast ein Drittel aller Kohlendioxid-Emissionen und sind zum größten Teil vom Menschen verursacht. Aufgrund steigender Temperaturen nimmt auch die Waldbrandgefahr in aller Welt stark zu. Höchste Zeit also, Lösungen für einen der Hauptverursacher des Klimawandels zu finden.

Eines der dringlichsten Probleme ist, dass Brände oft nicht schnell genug entdeckt werden, um ihre Ausbreitung zu stoppen. Zudem kann der Beitrag von Wald- und Savannenbränden zum Ausstoß von Klimagasen bisher nur grob geschätzt werden. Hierbei sind Wissenschaftler auf Daten von globalen Erdbeobachtungssatelliten angewiesen, die derzeit nur die Hälfte aller Hitzeereignisse registrieren.

Die Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wollten sich mit dieser Situation nicht abfinden. Ende Juni haben sie den Feuerdetektionssatelliten BIROS (Bi-Spektral Infrared Optical System) erfolgreich ins All gestartet, der mittels präziser Feuererkennung für mehr Klimaschutz sorgen soll. Der Satellit des DLR, für den das  DLR Institut für Optische Sensorsysteme am Standort Berlin-Adlershof verantwortlich ist, spürt nun aus 515 Kilometer Höhe Hochtemperaturereignisse auf der Erde auf.

„Mit seinen sensiblen Kamerasystemen ist BIROS in der Lage, wertvolle Daten zur Veränderung der Oberflächentemperatur zu liefern", sagt Prof. Heinz-Wilhelm Hübers, Direktor des DLR-Instituts für Optische Sensorsysteme. „Zugleich erhoffen wir uns auch Erkenntnisse darüber, welche Auswirkungen die durch Verbrennung entstehenden Aerosole auf das Wetter und Klima haben können, um somit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten", so Hübers weiter.

Dabei wird der kühlschrankgroße Kleinsatellit nicht allein arbeiten. Bereits seit Juli 2012 befindet sich sein „Brudersatellit" TET-1 (Technologie-Erprobungsträger) im Orbit und hält Ausschau nach Waldbränden. Gemeinsam bilden die beiden Satelliten die Mission FireBIRD (Fire Bispectral InfraRed Detector). Neben Waldbränden sollen auch vulkanische Aktivitäten, Gasfackeln oder Industrie-Hotspots beobachtet und dokumentiert werden.

„Mit den hochauflösenden Infrarotkameras des Satellitentandems von FireBIRD wird es möglich sein, Feuer bereits ab einer geringen Intensität zuverlässig zu lokalisieren", erklärt Winfried Halle, Leiter des Projekts. Durch die exakte Bestimmung der Feuerintensität kann nun auch die Art der Verbrennung identifiziert werden. „Darüber hinaus werden uns die Satelliten nun erstmals genaue Vorhersagen über die Ausmaße der Brandflächen geben.“

Eine weitere Neuerung: Der etwa 130 Kilogramm leichte Kleinsatellit kann Informationen über Brände direkt an Mobilfunkgeräte senden – per SMS. Diese einzigartige Kommunikation zwischen Satellit und Nutzer wird derzeit erprobt, könnte aber in Zukunft besonders schnelle Hinweise auf sich ausbreitende Feuer liefern.

Der BIROS-Satellit wurde von insgesamt zehn Einrichtungen des DLR entwickelt und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die Daten sollen einer weltweiten wissenschaftlichen Nutzung zugänglich gemacht werden.