Innovation im 21. Jahrhundert bedeutet Ökoeffizienz

Wie können wir die Emissionen des Luftverkehrs drastisch senken? Wie können wir Fliegen noch sicherer machen? Wie lässt sich Lärm deutlich reduzieren? Und nicht zuletzt: Wie können wir durch Weltklasse-Produkte „Made in Germany“ die Zukunftsfähigkeit unserer Luft- und Raumfahrtindustrie stärken und dabei ihre über 100.000 Hightech-Arbeitsplätze sichern und ausbauen? 

Zwischen wirtschaftlichem Erfolg und sauberem Fliegen besteht kein Widerspruch. Im Gegenteil: Unsere ökologischen und ökonomischen Ziele sind weitgehend deckungsgleich. Am Weltmarkt hat Erfolg, wer Flugzeuge, Triebwerke, Systeme und Ausrüstungen anbietet, die leiser, sicherer, sauberer und komfortabler sind als die Vorgängermodelle. Die Kerosinkosten machen bei den Fluggesellschaften den Löwenanteil der Kosten aus. Vor allem aus diesem Grund hat es die Luftfahrt geschafft, ihre Emissionen pro Passagierkilometer bereits um 70% zu senken. 

„Perfekter Flug“ halbiert Emissionen schon heute 

Eine Reihe von „perfekten Flügen“ hat seit 2011 gezeigt, wie sich die Umweltbelastung von Flugzeugen schon heute um die Hälfte reduzieren lässt, wenn die modernsten verfügbaren Verfahren kombiniert werden. Dazu gehören der Einsatz der ökoeffizientesten Flugzeuge, die Nutzung nachhaltiger alternativer Kraftstoffe und die Optimierung des Flugverkehrsmanagements. Darüber hinaus stehen den Fluggesellschaften mit modernen Flugzeugen wie dem Airbus A320neo und A350 XWB nun brandneue Modelle mit hocheffizienten Triebwerken zur Verfügung, die den Verbrauch gegenüber den Vorgängern nochmals um 15% bzw. 25% senken.

Und es geht weiter: Elektromobilität wird auch im Luftverkehr Einzug halten und zum vermehrten Einsatz von Hybridtechnologien und Elektroantrieben führen. Der Kerosinbedarf kann zunehmend über alternative Kraftstoffe gedeckt werden, die eine wesentlich bessere Umweltbilanz als die fossilen Energieträger aufweisen. So wird im 2015 eröffneten Algentechnikum in Ottobrunn bei München erforscht, wie ölhaltige Algen im großen Stil zu Biokerosin verarbeitet werden können, und die Ideenschmiede Bauhaus Luftfahrt hat eine preisgekrönte Methode zur Herstellung von nahezu emissionsfreiem Solar-Kerosin mitentwickelt. Die Zukunft gehört der Sonne als Treibstofflieferanten – auf Pflanzenbasis durch Photosynthese oder direkt durch Solarenergie unter Entnahme von CO2 als Rohstoff aus der Luft – und Deutschland ist bei dieser großartigen Entwicklung vorne mit dabei. 

Als erste Branche emissionsneutrales Wachstum

Unsere Ziele sind ambitioniert. Obwohl das Fliegen nur für 2% der vom Menschen verursachten CO2-Emissionen verantwortlich ist, hat sich die Luftfahrt als erste Branche überhaupt zu emissionsneutralem Wachstum verpflichtet, beginnend ab 2020. Bis 2050 will die Industrie die Fluggesellschaften in die Lage versetzen, ihren CO2-Ausstoss pro geflogenem Passagier und Kilometer um 75% zu senken. Diese Maßnahmen tragen entscheidend dazu bei, dass auch ein wachsender Luftverkehr seine Emissionen bis Mitte des Jahrhunderts unter dem Strich um die Hälfte reduzieren kann, so wie es die Airlines zugesagt haben.