Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V.

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Luftfahrtforschungsprogramm stärkt Hochtechnologiestandort Deutschland PDF Drucken E-Mail

11.09.2003
- Koordinator PSts Dr. Staffelt und BDLI ziehen gemeinsam Erfolgsbilanz der bisherigen Förderung

Berlin, den 11. September 2003 Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) und das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit haben im Rahmen eines gemeinsamen Technologieforums eine positive Bilanz der Luftfahrtforschung in Deutschland gezogen. BDLI-Präsident Rainer Hertrich hob bei einem Pressegespräch mit dem Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, Parlamentarischer Staatsekretär Dr. Ditmar Staffelt, anlässlich des Forums die technologiepolitische Bedeutung des Luftfahrtforschungspro-gramms für Deutschland hervor.

"Forschungspolitik muss auf Technologien setzen, die Erfolge auf den Weltmärkten erwarten lassen. Unsere deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie leistet einen herausragenden Beitrag zum Technologiestandort Deutschland. Sie erreicht mit ihrem Forschungs- und Entwicklungsanteil von rund 20% am Gesamtumsatz einen Spitzenwert in der deutschen Wirtschaft und ihr Exportanteil von 72% sind ein guter Beleg für ihre weltweiten Erfolge. Aus den guten Ergebnissen der zivilen Forschungsförderung sollten aber auch die richtigen Schlussfolgerungen für die Ausgestaltung und Ausstattung der militärischen Forschung und Entwicklung im Verteidigungshaushalt gezogen werden. Gerade in der Luft- und Raumfahrtindustrie sind zivile und militärische Technologien eng miteinander verschränkt. Defizite im einen Bereich schlagen auf die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit im anderen Bereich durch," unterstrich Hertrich.

Die bisherigen beiden Luftfahrtforschungsprogramme, LuFo I und II haben die Kompetenzschwerpunkte der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie gestärkt. Das belegt eine Analyse, die der BDLI erstellt hat. Darin wird auf der Basis einer Firmenumfrage festgestellt, dass durch die bisherigen beiden Forschungsprogramme über 16.000 Arbeitsplätze gesichert und rund 2.400 neu geschaffen werden konnten. Über 90% der beteiligten Unternehmen konnten ihre technologischen Kompetenzen erweitern. Sie haben durch beide LuFos ihre Wettbewerbsposition zu 58% in Deutschland, zu 83% in Europa und zu 79% weltweit verbessern können.

Einige Beispiele aus den geförderten Projekten der bisherigen Luftfahrtforschungsprogramme:
· Beim kleinsten Airbus A318, der im Januar 2002 in Hamburg seinen Erstflug absolvierte, konnten durch den Einsatz der neuen Laserstrahlschweißtechnik deutliche Gewichtsvorteile erreicht werden. Zusätzlich wurde die Produktivität gesteigert.
· Das deutsch-französische Unternehmen Eurocopter steht in der Hubschrauberbranche an der Weltspitze: Auf dem wichtigen Feld der Allwettertauglichkeit kann sich Eurocopter durch ein neuentwickeltes Laserradarbild von seinen Mitbewerbern im Markt absetzen.
· Auch die starke, vorwiegend mittelständisch geprägten Ausrüstungsindustrie hat eine Reihe von High-Tech-Entwicklungen erreichen können, die ihre Marktpositionen gestärkt haben: So hat bei den A380-Ausschreibungen Diehl Avionik Systeme erhebliche Zulieferanteile im Bereich der Flugsteuerung gewonnen. Deutsche Ausrüstungsunternehmen, darunter Liebherr, Dräger, MAN, AOA und ESW besitzen wichtige Kernkompetenzen von Beleuchtungs-, Sauerstoff und Klimasystemen über Fahrwerke bis hin zu Kabinentüren. Neben dem wichtigsten Kunden der deutschen Ausrüster, der europäischen Flugzeugfamilie Airbus, werden fast alle großen Flugzeugprogramme weltweit beliefert.
· Die deutschen Triebwerkshersteller MTU Aero Engines und Rolls-Royce Deutschland haben sich insbesondere den Forschungszielen, niedrigerer Verbrauch und weniger Lärm, verschrieben: Die Lärmemissionen sind in den letzten 30 Jahren um fast 20 Dezibel auf ein Viertel der subjektiv empfundenen Lautstärke gesenkt worden. Ziel ist eine weitere Halbierung. Nachdem der Treibstoffverbrauch je Sitzplatzkilometer - und damit die CO-2- Emissionen schon um 40% gesenkt wurden, sollen bis 2020 weitere Einsparungen von über 30% erreicht werden.

"Wir gehen als deutsche und europäische Luft- und Raumfahrtindustrie mit Zuversicht in die letzten Monate dieses Jahres. Dazu besteht für unsere Industrie trotz der gerade überstandenen Luftfahrt-Krise Anlass. Ich nenne nur drei die Projekte Galileo, A400M und A380, die uns für die mittelfristige Zukunft erheblichen Schub verleihen werden und die in diesem Jahr entscheidende Schritte vorangekommen sind," erklärte Hertrich. Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie beschäftigte im Jahr 2002 rund 69.950 Menschen und erwirtschaftete einen Branchenumsatz von 15,3 Mrd. Euro. Der BDLI rechnet für 2003 mit einer stabilen Branchenentwicklung.